Flintsbach: AfD-Neujahrsempfang verlegt

Nach offenem Brief von Gegnern an den Gasthof Falkenstein - AfD verlegt den Termin en einen anderen Ort

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Flintsbach/Landkreis – Eigentlich hat die AfD Rosenheim ihren Neujahrsempfang für Freitag, den 10. Januar, schon fest im Gasthof Schwaiger in Flintsbach eingeplant. Die Räume waren angemietet, die Einladungen verschickt. Doch dann bekamen Gegner der Partei, davon einige aus dem Mangfalltal, Wind von der Sache und schickten einen offenen Brief an die Wirtsleute. Darion wurden Gegendemonstrationen angekündigt, deshalb sagten sowohl die Wirtsleute als auch die AfD in gegenseitigem Einvernehmen den geplanten Neujahrsempfang in Flintsbach ab.

Dennoch, so vermeldet die AfD, wird der Empfang stattfinden. Allerdings eher parteiintern und an einem neuen Veranstaltungsort, der öffentlich nun nicht mehr kommuniziert wird. Dass der AfD-Kreisvorsitzende Andreas Winhart sauer ist, liegt auf der Hand. Er sagt: „Es ist schon erstaunlich wie hier SPD-Funktionäre, CSU-Kommunalpolitiker und die Grünen, vertreten durch die Grüne Jugend, mit offensichtlich verfassungsfeindlichen Organisationen zusammenarbeiten und somit selbst den Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung verlassen. Hier wird mit Chaoten paktiert, welche zu keinerlei Diskurs zu politischen Themen willens sind, sondern lediglich Randale, und Polizeieinsätze provozieren.“

Hier ist der offene Brief im Wortlaut:

Liebe Wirtsleute Schwaiger,
uns ist bekannt geworden, dass in Ihren Räumlichkeiten am Freitag, dem 10.01.2020 der
Neujahresempfang der Rosenheimer AfD stattfinden soll.
Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass Sie mit der Vermietung an die AfD Ihre Lokalität einer rassistischen, sexistischen und antisemitischen Partei zur Verfügung stellen. So äußerte sich beispielsweise der stellvertretende Vorsitzende der Rosenheimer AfD, Andreas Winhart, auf einer Wahlkampfveranstaltung im Oktober 2018 offen rassistisch.
Corinna Miazga, welche von der AfD als Referentin für die Veranstaltung in Ihren Räumlichkeiten angekündigt wird, ist inhaltlich auf Linie mit dem völkischen „Flügel“ der Partei, dessen Vorsitzender Björn Höcke das Holocaust-Mahnmal in Berlin als „Denkmal der Schande“ bezeichnete.

Die „Alternative für Deutschland“ ist der parlamentarische Ausdruck eines beständigen und breiten rechten Potentials in Deutschland. Sie verbindet rechte Spektren vom bürgerlich-konservativen Milieu bis zur extremen Rechten und ist eine Gefahr im Parlament, in den sozialen Netzwerken und auf der Straße.

Deshalb fordern wir Sie auf, die Vermietung ihrer Räumlichkeiten an die AfD zurückzuziehen und auch zukünftig extrem rechten Parteien und Organisationen keinen Raum zu geben. Ansonsten sehen wir uns in der Verantwortung, zu zivilgesellschaftlichen Protesten gegen die Veranstaltung am 10.01.2020 aufzurufen.

Mit freundlichen Grüßen
Attac, Rosenheim | contre la tristesse, Rosenheim | Die PARTEI, KV Rosenheim | Emanzipatorischen Hochschul-Antifa Rosenheim | Flit*chen, Rosenheim | Friedensbündnis Rosenheim | Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), KV Rosenheim | Grüne Jugend, Rosenheim | infogruppe rosenheim | Künstler mit Herz | marxistische linke, Rosenheim | NIKA Bayern (Kampagne „Nationalismus ist keine
Alternative“) | offenes antifaschistisches Plenum Rosenheim | Adelheid Rupp, Rechtsanwältin | Andreas Salomon, Heimatforscher | soulkino | Klaus Wiegand

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2 Kommentare zu “Flintsbach: AfD-Neujahrsempfang verlegt

  1. richard müller

    Ich finds total gut wie mit der AfD verfahren wird. Eine solche Partei , da wo Mitglieder ganz offziell als Nazis bezeichnet werden dürfen- höchstrichterlich- da kann doch wohl was nicht stimmen. Ebenso die Verlogenheit dieser Partei von Parteispenden bis hin zu einem Rentenprogramm , das diese Partei einfach gestohlen hat, ganz sicher weil ich selber mitgearbeitet habe bei dem Verband – KAB- die das so erarbeitet hat. Und von der AfD einfach gestohlen wurde. Das ist im übrigen für mich keine Partei sondern ein Verein der nur die Hetze kennt

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    1. Doch, das ist (leider) eine Partei.

      Eine Partei die offen und beständig gegen Andersdenkende hetzt.

      Sobald andere aber anfangen dagegen auf die Straße zu gehen, wird auf den Opfermodus umgeschaltet und man beruft sich auf die “freiheitlich-demokratische Grundordnung”.

      Vielleicht sollte man Herrn Winhart mal nochmal in den Sozialkundeunterricht verfrachten, damit er versteht, dass diese Proteste gegen seine demokratische Partei ebenfalls etwas grundlegend demokratisches sind und das Demonstrationsrecht aus gutem Grund ein hohes Rechtsgut in Demokratien darstellt.

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