Kleine Spuren …

Im Landkreis Rosenheim liegt die Arbeitslosenquote bei 2,2 Prozent

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„Die globalen wirtschaftlichen und politischen Veränderungen hinterlassen vorerst auf dem regionalen Arbeitsmarkt weiterhin nur kleine Spuren. Die Arbeitslosenquote ist im Betrachtungszeitraum vom 14. November bis 11. Dezember, dem statistischen Zähltag …

… um 0,1 Prozentpunkte im ganzen Agenturbezirk auf 2,4 Prozent gestiegen und liegt damit erstmals seit September 2014 (Arbeitslosenquote von 3,0 Prozent gegenüber 2,9 Prozent im September 2013) um 0,1 Prozentpunkte über dem Vergleichsmonat des Vorjahres“, erklärt Michael Vontra, kommissarischer Leiter der Agentur für Arbeit Rosenheimer.

Im Landkreis Rosenheim liegt die Arbeitslosenquote – genau wie im Dezember 2018 –  bei 2,2 Prozent (Vormonat: 2,1)

Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt für den Landkreis beträgt 146. Hier sind 2.060 Männer und Frauen nach dem Sozialgesetzbuch III bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, 84 mehr als im Vormonat. Das Jobcenter Landkreis Rosenheim betreut 1.086 arbeitslose SGB II-Kunden, 64 mehr als im November. Insgesamt sind beim Jobcenter 2.978 erwerbsfähige Leistungsberechtigte gemeldet, die in 2.383 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Im Jahresdurchschnitt waren im Landkreis Rosenheim 3.155 Personen arbeitslos. Die Arbeitslosenquote lag im Jahresdurchschnitt bei 2,2 Prozent (Vorjahr 2,3 Prozent).

Auf den ganzen Agenturbezirk bezogen:

„Die Arbeitslosenzahl betrug 7.260. Damit waren 320 Personen mehr arbeitslos gemeldet als im Vormonat und 230 mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Der Anstieg ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Anzahl der Abmeldungen wegen Arbeitsaufnahme oder anderen Gründen stärker zurückgegangen ist als die Summe der Personen, die sich aus Arbeit oder aus sonstigen Gründen neu oder erneut bei der Agentur für Arbeit Rosenheim gemeldet haben. Die Zahl der Abgänge lag im Betrachtungszeitraum mit 2.160 um 330 unter dem Wert von Dezember 2018, während die Anzahl der Zugänge die Anzahl mit 2.490 „lediglich“ um 140 unterschritt. So sind unter anderem in den Wirtschaftsbereichen Unternehmensorganisation, Buchhaltung, Recht, Verwaltung sowie Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit mehr Arbeitslose gemeldet als vor einem Jahr“, sagt Vontra.

Der kommissarische Agenturleiter weiter zu den Dezemberzahlen: „Mitverantwortlich für den vergleichsweise moderaten Anstieg der Arbeitslosenzahl ist – ähnlich wie in den vergangenen Jahren – das gute Wetter im Betrachtungszeitraum. Die milden Temperaturen ermöglichten in einigen Bereichen die Fortführung und/oder Fertigstellung von Arbeiten im Außenbereich. Dadurch sind in Berufen wie Bauhaupt- und Baunebengewerbe, Straßenbau oder Land- und Forstwirtschaft noch nicht alle Arbeitnehmer saisonbedingt gekündigt worden. Damit Kündigungs- und Meldefristen eingehalten werden können, hat so mancher Arbeitgeber trotz der guten Witterung „vorsorglich“ die Entlassung ausgesprochen und die Betroffenen werden sich in den kommenden Wochen bei der Agentur für Arbeit melden, so dass die Arbeitslosenzahl bei diesen Berufsgruppen im Januar voraussichtlich ansteigen wird.“

Vontra wirft in diesem Monat einen besonderen Blick auf das Vierte Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt, das sich im Sprachgebrauch mit dem Begriff „Hartz IV“ verfestigt hat. Dieses jährt sich im Januar zum 15. Mal: „Durch die Gesetzesänderung wurden zum Jahresbeginn 2005 Sozialhilfe und Arbeitslosenhilfe in einer Grundsicherung für Arbeitssuchende zusammengeführt. Der deutsche Arbeitsmarkt war seit den 60er Jahren vom Phänomen einer steigenden Sockelarbeitslosigkeit gekennzeichnet. Nach jedem Konjunkturzyklus blieb ein wachsender „Sockel“ von verfestigter, struktureller Arbeitslosigkeit zurück. Dieser konnte im Zuge der Arbeitsmarktreformen und der positiven Arbeitsmarktentwicklung der Jahre 2006 bis 2008 erstmals abgebaut werden“, erklärt Vontra und fährt fort:

„Zum Zeitpunkt der Reform 2005 betrug die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk Rosenheim, der Stadt und Landkreis Rosenheim sowie die Landkreise Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen umfasst, im Jahresdurchschnitt 6,4 Prozent. 2019 lag sie durchschnittlich bei vergleichsweise geringen 2,4 Prozent (2018: 2,5 Prozent). Während die Kollegen aus den Jobcentern 2005 noch mit dem Phänomen der Massenarbeitslosigkeit konfrontiert waren, sind sie aufgrund des in der Region über Jahre stabilen Arbeitsmarktes mehr und mehr zu „Kümmerern“ geworden.

Der Begriff „Prävention“ ist bei der Arbeit wichtig. Die Mitarbeiter unterstützen junge Menschen im Rahmen der Lebensbegleitenden Berufsberatung (LBB) beim Übergang von der Schule in den Beruf und tragen durch intensive Beratung und die Ermöglichung von passgenauen Qualifizierungen – bis hin zum Berufsabschluss – zur Fachkräftesicherung bei.“

Der kommissarische Agenturleiter weist im Zuge dessen auf die beiden im Januar 2019 bundesweit neu eingeführten Programme „Teilhabechancen- und Qualifizierungschancengesetz“ hin: „Das Teilhabechancengesetz soll dazu beitragen die Langzeitarbeitslosigkeit zu reduzieren. Dabei gibt es zwei unterschiedliche Fördermöglichkeiten: Unternehmen, die Menschen einstellen, die zuvor mindestens zwei Jahre arbeitslos waren, erhalten für maximal zwei Jahre Lohnkostenzuschüsse. Diese können im ersten Jahr bis zu 75 Prozent betragen. Für Betriebe, die Langzeitarbeitslose über 25 Jahre beschäftigen, die zuvor mehr als sechs Jahre Arbeitslosengeld II bezogen haben, ist ein Lohkostenzuschuss von 100 Prozent in den ersten beiden Jahren möglich, der dann in den folgenden drei Jahren der Förderdauer sinkt.

Dabei haben alle Teilnehmer einen Coach als Ansprechpartner für alle Bereiche, egal ob es um Behördengänge, Wohnungsfragen oder das Thema Arbeit geht. Insgesamt haben wir in den Jobcentern in Stadt und Landkreis Rosenheim sowie im Landkreis Bad Tölz/Wolfratshausen in diesem Jahr gut 60 Menschen durch dieses Programm gefördert. Dies hat mit dazu beigetragen, dass die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Bereich des Sozialgesetzbuches (SGB) II gegenüber Ende 2018 um 110 Betroffene (gute 10 Prozent) auf 970 zurückgegangen ist“, so Vontra.

„Das Qualifizierungschancengesetz ermöglicht die Qualifizierung von Beschäftigten direkt am Arbeitsplatz, sowohl im SGB II- als auch im SGB III-Bereich. Dadurch wurden Personalfreisetzungen vermieden und Weiterbildungen bis hin zum Berufsabschluss ermöglicht. Insgesamt sind im Agenturbezirk Rosenheim knapp 400 Personen durch dieses Programm gefördert worden“, erklärt der kommissarische Agenturleiter.

Vontra blickt auf das Jahr 2019 zurück: „Ähnlich wie in den Vorjahren konnte die Winterarbeitslosigkeit zu Jahresbeginn relativ schnell wieder abgebaut werden. Das Jahr startete mit einer historisch niedrigen Arbeitslosenquote von 2,8 Prozent im Januar und Februar (Vorjahreswert jeweils 3,0 Prozent) und lag damit unter der wichtigen Marke von 3,0 Prozent, was ein wichtiger Indikator für Vollbeschäftigung ist. Im März sank die Arbeitslosenquote – wie saisonal üblich – auf 2,5 Prozent. Durch den milden Winter haben viele Beschäftigte in den von Winterarbeitslosigkeit betroffenen Bereichen wie dem Bauhaupt- und Baunebengewerbe sowie dem Straßen-, Garten- und Landschaftsbau in diesem Zeitraum bereits wieder gearbeitet. Der Arbeitsmarkt profitierte auch im Folgemonat von dem guten Wetter und die Angestellten im Hotel- und Gaststättengewerbe nahmen ihre Arbeit auf.

Die Arbeitslosenquote fiel im April auf 2,3 Prozent und in den beiden Folgemonaten weiter von 2,2 Prozent im Mai auf den Tiefstwert von 2,1 Prozent im Juni“, sagt Vontra, und weiter: „Seit Mitte des Jahres machten sich die globalen wirtschaftlichen Eintrübungen auch auf dem regionalen Arbeitsmarkt bemerkbar. Im Juli lag die Arbeitslosenquote mit 2,2 Prozent noch um 0,1 Prozentpunkte unter dem Vergleichswert des Vorjahres. In den Monaten August (2,4 Prozent), September (2,3 Prozent), Oktober (2,2 Prozent) und November (2,3 Prozent) entsprach der Wert jeweils dem des Vergleichsmonats des Vorjahres und lag im Dezember mit 2,4 Prozent um 0,1 Prozentpunkte über der Arbeitslosenquote Ende 2018. Die absolute Arbeitslosenzahl war in den vergangenen fünf Monaten dabei jeweils höher als 2018, da die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Agenturbezirk, die für die Berechnung der Arbeitslosenquote zugrunde gelegt wird, im vergangenen Jahr um 3.790 (entspricht 2,0 Prozent) auf 196.590 (Stand Ende Juni 19) geklettert ist.“

Mit Blick auf die Entwicklung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in den einzelnen Branchen sagt der kommissarische Agenturleiter: „Den stärksten Anstieg gab es im Verarbeitenden Gewerbe (+660), im Gesundheitswesen (+590), im Baugewerbe (+420) sowie in den Bereichen Immobilien, freiberufliche/wissenschaftliche/technische Dienstleistungen (+410) und Handel, Instandhaltung/Reparatur Kfz (+370). Allein in den Wirtschaftszweigen Arbeitnehmerüberlassung (-150) und Finanzen- und Versicherungsdienstleistungen (-110) war in dem Zeitraum ein leichter Rückgang der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zu verzeichnen, was die Stabilität des vielseitigen regionalen Arbeitsmarkts eindrucksvoll unterstreicht.“

Vontra erklärt weiter mit Blick auf den Stellenmarkt: „Während im Januar mit 4.840 neu zu besetzenden Stellen noch 430 mehr gemeldet waren im Vergleichsmonat des Vorjahres, hat sich der Saldo ab Juli (-180) umgekehrt. Zum Jahresende waren beim Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Rosenheim insgesamt 4.410 zu besetzenden Stellen gemeldet und damit 750 weniger als im Dezember 2018“, sagt der kommissarische Agenturleiter. „Insgesamt haben die mehr als 18.580 Betriebe (Stand Ende Juni 2019) im Agenturbezirk dem Arbeitgeberservice in diesem Jahr 11.800 neu zu besetzende Stellen gemeldet. Das waren 1.980 weniger als im Vorjahr.“

Vontra betont, dass die nach wie vor stabile Lage auf dem regionalen Arbeitsmarkt keinen Stillstand bedeutet: „Im Jahresverlauf haben sich 31.470 Menschen wegen endender Arbeitsverhältnisse (16.120) oder aus sonstigen Gründen bei der Agentur für Arbeit gemeldet. Dem gegenüber stehen mehr als 31.180 Abmeldungen, rund 12.740 davon wegen Arbeitsaufnahme“, sagt er und wirft einen Blick auf die sogenannten „besonderen Personengruppen“ wie Langzeitarbeitslose, Ältere ab 50 Jahren, Menschen mit lückenhaften Lebensläufen und Ausländer. „Diese Bewerber kommen bei der Stellenbesetzung vergleichsweise seltener zum Zuge. Ich möchte deshalb auf unsere vielfältigen Fördermöglichkeiten hinweisen: Die Arbeitsvermittler in der Agentur für Arbeit und in den Jobcentern haben im Laufe des Jahres viele intensive Gespräche mit Unternehmen und Bewerbern geführt und in enger Absprache Qualifizierungen und Weiterbildungen – bis hin zum Berufsabschluss –, Praktika oder sogenannte Maßnahmen beim Arbeitgeber ermöglicht, um Bewerber in Arbeit oder Ausbildung zu vermitteln. Interessierte können sich direkt an ihren Ansprechpartner bei der Arbeitsvermittlung, beziehungsweise beim Arbeitgeberservice wenden.“

Insgesamt lag die durchschnittliche Zahl der Arbeitslosen für den gesamten Agenturbezirk im Jahr 2019 mit 7.200 um 160 unter dem Vorjahreswert. 4.580 Kunden, 120 mehr als im Vorjahr, wurden im Durchschnitt nach dem SGB III durch die Agentur für Arbeit in der Hauptagentur in Rosenheim sowie in den Geschäftsstellen in Holzkirchen, Bad Tölz und Wolfratshausen betreut. 2.620 Kunden, 280 weniger als im Vorjahr, waren nach dem SGB II bei den Jobcentern der Stadt Rosenheim, der Landkreise Rosenheim und Bad Tölz/Wolfratshausen sowie des Landkreises Miesbach, der sich als optierende Kommune eigenständig um die Betreuung kümmert, gemeldet.

Der Arbeitsmarkt in den weiteren Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

  • Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 3,8 Prozent (Vormonat: 3,8; Dezember 2018: 3,9 Prozent). Derzeit sind 362 Bürger ohne Arbeit. Bei den SGB III-Kunden, die durch die Arbeitsagentur in Rosenheim betreut werden, stieg die Arbeitslosenzahl um zwei auf 670. Für 692 arbeitslose SGB II-Kunden, 22 mehr als im November, ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig. Insgesamt sind dort 2.057 erwerbsfähige Leistungsberechtigte gemeldet, die in 1.629 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Im Durchschnitt waren 2019 in der Stadt Rosenheim 1.381 Menschen ohne Beschäftigung. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote betrug 3,9 Prozent (Vorjahr 4,1 Prozent).

  • Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen weist im Dezember eine Arbeitslosenquote von 2,1 Prozent (Vormonat: 2,1; Dezember 2018: 2,0 Prozent) auf. Das entspricht 476 beschäftigungslosen Bürgern. Davon sind 1.020 Männer und Frauen, 31 mehr als vor einem Monat, nach dem Sozialgesetzbuch III in den Geschäftsstellen der Agentur für Arbeit in Bad Tölz und Wolfratshausen gemeldet. 456 SGB II-Kunden, drei weniger als im November, sind beim Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen arbeitslos gemeldet. Insgesamt betreut das Jobcenter 1.710 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1.394 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

1.471 Menschen waren im Jahresdurchschnitt im Bereich des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen ohne Beschäftigung. Die Arbeitslosenquote lag im Jahresdurchschnitt bei 2,1 Prozent (Vorjahr 2,1 Prozent).

  • Im Landkreis Miesbach sind derzeit 279 Bürger ohne Arbeit, was einer Quote von 2,3 Prozent (Vormonat: 2,1; Dezember 2018: 2,3 Prozent) entspricht. Davon sind 921 arbeitslose Männer und Frauen bei der Agentur für Arbeit in Holzkirchen gemeldet, 118 mehr als im Vormonat. Für die Betreuung der Arbeitslosengeld II – Empfänger nach dem SGB II ist der Landkreis Miesbach als “zugelassener kommunaler Träger” (optierende Kommune) zuständig. Beim Jobcenter sind 358 Arbeitslose gemeldet, einer mehr als im November. Insgesamt betreut das Jobcenter 919 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 756 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Jahresdurchschnittlich waren im Bezirk des Landkreises Miesbach 1.192 Menschen arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote betrug im Jahresdurchschnitt 2,2 Prozent (Vorjahr 2,3 Prozent).

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