Rosenheim: Notlage am Telefon vorgetäuscht

Betrug scheitert in letzter Sekunde - Seniorin wurde misstrauisch - Suche nach etwa 20 Jahre alter „Christa"

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Rosenheim – Gestern, am frühen Mittwochmittag, wurde eine ältere Dame telefonisch von einer unbekannten Täterin kontaktiert und eine Notlage im Verwandtenkreis vorgetäuscht. Die Geschädigte wurde davon überzeugt, einen niedrigen fünfstelligen Betrag zu übergeben, was jedoch in letzter Sekunde doch nicht zustande kam. Die Kriminalpolizeiinspektion mit Zentralaufgaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd verzeichnete am gestrigen Tag mehrere derartige Schockanrufe, welche jedoch alle glücklicherweise nicht zum Erfolg führten.

 Gegen Mittag wurde am Mittwoch, den 8. Januar 2020, eine ältere Frau aus Rosenheim von einer unbekannten Täterin telefonisch kontaktiert. In dem Telefongespräch, einem sogenannten „Schockanruf“, wurde der Geschädigten eine akute Notlage in deren Verwandtschaft vorgetäuscht und in diesem Zusammenhang die Übergabe von Bargeld gefordert.

Aufgrund des von der Anruferin erzeugten Drucks und deren Überzeugungskraft ging die Geschädigte von dieser Notlage aus und begab sich mit einem fünfstelligen Bargeldbetrag auf den Weg zum vereinbarten Übergabeort im Bereich der Innstraße und der Gießenbachstraße in Rosenheim, um dort das Geld zu übergeben.

Am Übergabeort traf die Geschädigte auf eine sogenannte „Abholerin“ und wurde glücklicherweise doch noch skeptisch und übergab das mitgeführte Bargeld in allerletzter Sekunde nicht. Die im Nachgang verständigte Polizeiinspektion Rosenheim leitete sofort eine Nahbereichsfahndung ein, welche jedoch erfolglos blieb.

Die Abholerin wurde von der Geschädigten wie folgt beschrieben:

Die unbekannte Dame stellte sich mit dem Namen „Christa“ vor und war ca. 20 Jahre alt, ungefähr 165 cm groß und schlank. Sie sprach deutsch mit nicht näher definierbaren, ausländischem Akzent und war mit einem schwarzen Mantel sowie eventuell einer dunklen Mütze bekleidet.

Die Kriminalpolizeiinspektion mit Zentralaufgaben bittet diesbezüglich um sachdienliche Hinweise:

  • Wer hat zur Tatzeit im Umfeld der Tatorte verdächtige Wahrnehmungen gemacht?
  • Wem sind verdächtige Fahrzeuge oder Personen aufgefallen, die möglicherweise im Zusammenhang mit den Taten stehen könnten?

 

Hinweise werden an die Kriminalpolizeiinspektion mit Zentralaufgaben unter der Telefonnummer 0861/9873-0 oder jede andere Polizeidienstelle erbeten.

Die Polizei rät gerade in diesem Zusammenhang erneut:

  • Seien Sie misstrauisch, wenn sich Anrufer als Amtspersonen (z.B. Polizeibeamte, Rechtsanwälte) oder Verwandte ausgeben und dramatische Notlagen schildern. Rufen Sie die betreffenden Angehörigen unter der Ihnen bekannten Rufnummer zurück und lassen Sie sich den Sachverhalt bestätigen. Das Gleiche gilt für Anrufe von Behörden. Rufen Sie zurück, nachdem Sie die entsprechende Telefonnummer selbst herausgesucht haben.
  • Geben Sie am Telefon grundsätzlich keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen heraus.
  • Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen. Gehen Sie nicht auf Geldforderungen ein! Halten Sie nach einem Anruf mit finanziellen Forderungen zunächst Rücksprache mit Angehörigen oder sonstigen Vertrauenspersonen.
  • Informieren Sie sofort die Polizei, wenn Ihnen eine Kontaktaufnahme verdächtig vorkommt. Benutzen Sie hierfür den Notruf 110.
  • Erstatten Sie Anzeige, wenn Sie Opfer solcher Betrüger geworden sind. Durch eine schnelle Meldung des Vorfalls unterstützen Sie die Ermittlungen der Polizei.

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