Wo der Triftbacher fließt …

Offener Brief von Bad Aiblings SPD-Stadtrat Richard Lechner zum Namen des Auwäldchens am Triftbach

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Manche Sprachkapriolen nimmt man heutzutage in unserer Gesellschaft einfach hin. „Vorprogrammieren” gehört dazu. Oder „in keinster Weise”. Wenn dann aber ein neuer holpriger Begriff das Licht der Welt erblickt, und der dann auch noch einen regionalen Bezug hat, dann reißt bei so manchen Zeitgenossen der Geduldsfaden. Bei Richard Lechner (Foto), SPD Stadtrat aus Bad Aibling, war es jetzt so weit. Beim „Triftbacher Hölzl” hat der ehemalige Richter nun sein Urteil gefällt: „So nicht”, so er …  

Hier sein offener Brief an die Stadtwerke, den Stadtrat und die Medien im Wortlaut:

„Es tut schon sehr weh, neuerdings die Bezeichnung „Triftbacher Hölzl“ für den Wald östlich vom Wohnmobilstellplatz an der Heubergstraße lesen zu müssen. Wer auch immer diese neue Bezeichnung erfunden hat, sie ist sprachlich so verunglückt wie es die Wortungetüme „Mangfaller Bote“ oder „Mühlbacher Brücke“ wären.

Bei dem Waldstück handelt es sich um den Rest einer Grünzone mit dem schönen Namen „Grüner Wald“. Dieser Wald war zugleich Namensgeber für die ehemalige Wirtschaft „Zum Grünen Wald“ an der Lindenstraße gegenüber der Einmündung Sonnenstraße. Wie aus einem damaligen Stadtplan ersichtlich (Foto r.), umfasste der Grüne Wald bis in die 1970er Jahre am Triftbach entlang auch das Gebiet der heutigen Freizeitanlage einschließlich Parkdeck. Der Wald war in meiner Kindheit von der Auenstraße her mit einem Steg über den Triftbach zugänglich und mit Spazierwegen durchzogen.  Der Steg wurde später abgebrochen, als der Teil des Waldes westlich des Weges von der Lindenstraße zum E-Werk in ein Brunnenschutzgebiet einbezogen und eingezäunt wurde.

Im Kurführer von 1908 heißt es: „Lenken wir die Schritte aus dem Kurpark über die Bahnüberfahrt bei den Gasthäusern „Zum grünen Wald“ und „Rosengarten“ vorbei durch die schmucke Lindenstraße, so befinden wir uns bald in den ausgedehnten Mangfallauen, die ein willkommenes Gegenstück zu den Kuranlagen bilden und diese an Ausdehnung noch übertreffen. Das Wäldchen durchziehen gutgepflegte Wege mit zahlreichen Sitzbänken. Kühler Schatten und idyllische Ruhe umgeben uns. Die Mangfallauen zu durchstreifen bereitet dem Naturfreund viel Vergnügen.“ (Abb. l.: Plan von 1908)

Diese Reminiszenz soll kein Vorwurf sein, nur ein kleiner Hinweis für den Umgang mit dem Rest des Grünen Waldes – und seinem Namen.”

Freundliche Grüße, Richard Lechner

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8 Kommentare zu “Wo der Triftbacher fließt …

  1. Wirklich – ein Wahnsinns Problem!. Haben Sie als Stadtrat nichts besseres zu tun, als in ihrer Kindheit zu schwelgen?

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    1. Als EHRENAMTLICHEM Stadtrat steht es Herrn Lechner jederzeit frei, sich über jegliche Bad Aiblinger Themen Gedanken zu machen und diese auch aktiv zu äußern.

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      1. Selbstverständlich darf das der “… EHRENAMTLICHE Stadtrat …” Herr Lechner, wie übrigens auch alle anderen Menschen. Bitte etwas mehr auf die Formulierung achten.
        Mir geht es hier nur um die Wichtigkeit dieses “Problems”.

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    2. Geschichtsbewusstsein und Erinnern ist auch in Bezug auf Landschaft oder Landschaftsteile sehr wichtig! Daraus lässt sich eine Entwicklung erkennen und lässt sich neue Qualität als Ziel einer Planung oder Erhaltungsmaßnahme ableiten.
      Es gibt leider Menschen die Geschichte vergessen machen wollen – rein aus politisch rechtem Kalkül heraus. Es wird ihnen nicht gelingen.

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      1. Ach wie schön, dass Sie wieder diese Schublade öffnen konnten. Hat es Ihnen gut getan, sich an jemandem abzuputzen? Von hehrer Gesinnung zeugt Ihr reflexhaftes Gequase sicher nicht.

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        1. Argumentieren Sie doch, statt sich gleich wieder in die bequeme Opferrolle zu begeben.

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          1. Argumentieren – haben Sie das denn getan?

      2. Werte Kornblume, ich stehe weder rechts noch links, sondern mit beiden Beinen im Leben und habe auch schon so einiges an Geschichte erlebt. Ich denke, dass gerade jetzt viele Menschen (lebens)wichtigere Probleme zu lösen haben. Mein Kommentar sollte lediglich Herrn Lechner zur Überprüfung seiner Prioritätenliste anregen, nicht mehr und nicht weniger. Im Kern geht es Herrn Lechner doch nur um den Namen vom Rest seines geliebten “Grünenen Waldes”. Dieser Rest ist seit Jahrzehnten in einem erbärmlichen Zustand – DER hätte schon längst verbessert werden müssen und nicht sein Name. Und nach dem nächsten Sturm ist sein Name vielleicht nur noch Schall und Rauch …

        Übrigens, “… es gibt leider Menschen, die …” jegliche Kritik zu jedem beliebigen Thema gern zum Anlass nehmen, Andere vollkommen ungerechtfertigt der rechten Ecke zuzuordnen. Das fördert die viel beklagte Spaltung unserer Gesellschaft. Also bitte nicht wundern …

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