Ein Aiblinger Ärgernis

Ladestationen für E-Fahrzeuge werden oft von Verbrennungsfahrzeugen belegt - ein Betroffener meldet sich zu Wort

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Zugegeben – als vor einigen Jahren die ersten Ladestationen für Elektroautos in der Stadt installiert wurden, war der Andrang noch überschaubar. Auf dem Parkplatz an der Therme herrschte an den Stationen oft gähnende Leere. Also stellte man mal eben seinen Benziner drauf, Strafen waren sowieso kaum zu erwarten. Die Situation hat sich mittlerweile geändert. Immer mehr E-Fahrzeuge sind unterwegs, und die brauchen eben ab und zu mal wieder den Saft aus der Dose. Doch da fängt der Ärger in Bad Aibling an: Sehr oft sind die Stellplätze neben den Ladestationen von herkömmlichen Verbrennungsfahrzeugen belegt. Wir haben mit einem Leidtragenden gesprochen.

Robert B. (Name der Redaktion bekannt) fährt einen Tesla. Damit ist er fein raus. Denn für diese Autos gibt es flächendeckend in Deutschland sogenannte Supercharger, an denen Tesla-Fahrer ihr Gefährt ziemlich schnell wieder ziemlich voll laden können, zum Beispiel in Irschenberg. Doch einen Tesla kann man auch an einer herkömmlichen Ladestation wieder mit Strom betanken. In Bad Aibling heißt das: Könnte man. Denn vor allem an den Stationen am Bahnhof sind die beiden dazugehörigen Stellplätze oft mit Fahrzeugen belegt, die da nicht hingehören. Robert B. hat das schon mehrmals registriert, er hat Fotos gemacht und er musste mit seinem Fahrzeug weiter nach einer freien Ladestation suchen. Für ihn ist das kein Kavaliersdelikt mehr. Er setzt das gleich mit dem Belegen eines Behindertenparkplatzes.

„Hier werden Fahrer von Elektroautos behindert. Sie stellen ihr Fahrzeug ja nicht zum Parken hin, sondern sie brauchen den Strom, um weiter fahren zu können”, sagt er und macht dazu einen Vergleich: „Wenn ich mein Fahrzeug mal drei Stunden lang an einer Benzinzapfsäule abstellen würde, dann würde ich gerne mal sehen, was da los wäre …”

Böse Absicht will er den Falschparkern nicht unterstellen. Eher mangelndes Bewusstsein. Dass immer mehr E-Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs sind, scheint in den Köpfen vieler Autofahrer noch nicht angekommen zu sein. In Bad Aibling wird mit diesem Vergehen noch relativ lax umgegangen, obwohl so ein Verstoß mittlerweile mit 55 Euro Bußgeld geahndet wird. In vielen deutschen Großstädten sieht das anders aus. „Da genügt ein Anruf bei der Polizei und der entsprechende Falschparker wird

Das will Robert B. von der Aiblinger Polizei gar nicht verlangen. „Die haben genug andere Dinge zu tun.” Dennoch fordert er ein Umdenken und vor allem Verständnis für Fahrer von Elektroautos. Er erzählt über sein Fahrverhalten: „Ich lade ja nicht alle Nase lang auf, sondern fahre meinen Akku auf etwa fünf Prozent runter, bevor ich eine Ladestation aufsuche. Und dann bin ich darauf angewiesen, dass ich da auch einen Platz bekomme.”

Einen Platz, den er dann oft von unberechtigt abgestellten Fahrzeugen belegt vorfindet. Wie Robert B. geht es vielen E-Auto-Fahrern. Sie brauchen den Platz neben den Ladestationen dringend, sie können ihre Vehikel nicht an den eingangs erwähnten Tesla-Superchargern aufladen und sind auf E-Zapfsäulen wie am Bahnhof oder an der Therme angewiesen. Abhilfe kann da einerseits eine noch deutlichere Kennzeichnung der Stellflächen, etwa durch plakative grüne Farbe, schaffen, oder andererseits das Wissen der anderen Verkehrsteilnehmer darüber, dass diese Flächen nicht etwa ein willkommener Parkplatz für E-Fahrzeuge sind, sondern deren benötigte Tankstelle. Mit etwas mehr Bewusstsein und Rücksichtnahme geht’s dann auch ohne Polizei in Bad Aibling …

 

 

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Ein Kommentar zu “Ein Aiblinger Ärgernis

  1. Schleibinger Herbert

    Ich finde die “Verkehrsschilder” an Ort und Stelle mißverständlich!
    1. Parken erlaubt.
    2. Elektrofahrzeuge während des Ladevorganges.
    3. Parkscheibe 3 Stunden.
    Um für alle unmißverständlich, folgende Beschilderung:
    1. Halteverbot
    2. Außer Elektrofahrzeuge während des Ladevorganges für 3 Std.!

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