„Moor than a feeling“

Große Moor-Ausstellung im Stadtgebiet von Bad Aibling zum Jubiläumsjahr „175 Jahre  Moorbad und 125 Jahre Heilbad“ eröffnet

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Vor 175 Jahren eröffnete Dr. Desiderius Beck seine Soolen- und Moorschlamm-Badeanstalt in Aibling und gab damit den Startschuss für das Moorbadewesen, das Bad Aibling bis heute prägt. Anerkannt wurden seine Pionierleistung und die daraus folgende Entwicklung mit der Verleihung des Titels „Bad“ durch Prinzregent Luitpold im Jahr 1895.

Einer der Veranstaltungshöhepunkte innerhalb der Feierlichkeiten zum Jubiläumsjahr „175 Jahre  Moorbad und 125 Jahre Heilbad“ ist die Ausstellung „Moor than a feeling!“. Die Ausstellung wurde von der AIB-KUR GMBH in Zusammenarbeit mit dem historischen Verein konzipiert und umfasst fünf Standorte innerhalb des Stadtgebietes, die sich mit dem Thema „Moor“ und seine Bedeutung für Bad Aibling befassen. Sie wurde nun offiziell mit einer Führung durch Kurdirektor Thomas Jahn für Stadt- und Aufsichtsräte eröffnet und kann zu den Öffnungszeiten der fünf Stationen noch bis 15. Oktober 2020 bei freiem Eintritt besichtigt werden.

Zu Beginn der Führung betonte Kurdirektor Thomas Jahn, dass dieses große Ausstellungsprojekt viele Unterstützer nötig hatte, damit es verwirklicht werden konnte. Mitarbeiter des Bauhofs haben Ausstellungsvitrinen gebaut, die Firma Panradl stellte Moor und historische Fotoaufnahmen zur Verfügung und Familie Lang zahlreiche Werkzeuge und Gegenstände aus ihrer ehemaligen Schäffler-Werkstatt. Aus dem Heimatmuseum wurden Ausstellungsstücke ausgeliehen und in die Ausstellung integriert.

Die Führung begann im Haus des Gastes. Von den insgesamt 39 Schautafeln der gesamten Ausstellung, veranschaulichen dort sechs Tafeln und diverse historische, in Vitrinen ausgestellte Originaldokumente, wie sich das Marketing für die Kurstadt im Laufe der Zeit verändert hat. Seitdem der Badebetrieb in – damals noch – Markt Aibling begann, wurden Werbeschriften erstellt, um möglichst viele Menschen in den Kurort zu holen. Dass im Zeitalter elektronischer Medien ganz andere Werbemöglichkeiten bestehen als vor 175 Jahren, wird anschaulich dargestellt.

Ein kleiner Spaziergang durch den Kurpark in den Promenadenweg führt zur nächsten Station der Ausstellung, an das Freigelände des ehemaligen Ludwigbads. Da das Ludwigsbad eine ganz besondere Rolle in der Geschichte der Kurstadt spielt, darf das „erste Haus am Platz“ innerhalb der Ausstellung nicht fehlen. Und so erfährt man dort, dass Dr. Beck dieses, über viele Jahrzehnte das Ortsbild prägende Gebäude, gründete. Historische Aufnahmen lassen noch heute die Bedeutung der ersten Kuranstalt Aiblings erahnen. Viele Menschen in Bad Aibling erinnern sich an das Ludwigsbad, in dem viele berühmte Persönlichkeiten zu Gast waren.

Mit dem Moor Express ging es weiter zur nächsten Station, in die Klinik Wendelstein. Für die Ausstellung wurden Räumlichkeiten zu Verfügung gestellt, so dass hier das Thema Geschichte des Moors und seine klinischen Anwendungsmöglichkeiten gezeigt werden kann. Die Klinik, die 1964 durch die BfA gegründet wurde, hat ihrerseits eine Vitrine mit historischen Untersuchungsinstrumenten in die Ausstellung integriert. Der Klinik Wendelstein galt ein besonderer Dank Jahns: „Die Klinik mit ihrem kaufmännischen Direktor Josef Niehues sei immer ein großartiger Partner für das Thema Gesundheit und Marketing“. Niehues plant, innerhalb des Jubiläumsjahres öffentliche Führungen im Gebäude anzubieten und so Einblick zu geben wie das Moor „in die Wanne kommt“. Noch heute sei das Moor ein unabdingbarer Standortfaktor für die Klinik, so Niehues. Die Mooranwendungen seien ein wesentlicher Bestandteil der Therapieformen und viele Patienten kommen regelmäßig zur Behandlung in die Klinik, manche schon zum 25. oder 30. Mal.

Besondere Begeisterung zeigte sich bei allen Beteiligten in der Ausstellungsstation im Gebäude des ehemaligen Lichtspielhauses. Die Station befasst sich mit dem Thema der Moorentstehung, der Bedeutung der Moore für den Klimaschutz und der Renaturierung der Moore. „Wir haben versucht, diese Station lebendig zu gestalten und eine Moorlandschaft aufgebaut“, so Thomas Jahn. Die Liebe zum Detail ist hierbei nicht zu übersehen.

Zum Abschluss der Führung besuchte die Gruppe die Ausstellung im Rathaus. Hier dreht sich alles um Dr. Desiderius Beck. Schautafeln und Originaldokumente geben Einblick in sein Leben und Wirken in Aibling. „Die Ausstellung ist es wert, gesehen zu werden“, so Thomas Jahn zum Abschluss seiner Führung, was alle Beteiligten überzeugt bestätigen.

Informationen zur Ausstellung bietet der Ausstellungsführer, der an allen Stationen oder im Haus des Gastes erhältlich ist. Alle Informationen und Öffnungszeiten sind auch unter www.bad-aibling.de/jubilaeum zu finden.

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