Aus Eins mach Sechs

So geht das Irschenberger Caritas Kinderdorf mit COVID-19 um

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Innerhalb kürzester Zeit hat sich das Leben bei uns allen komplett verändert. Besonders tiefgreifend sind die Auswirkungen in sozialen Institutionen, wie Altenheimen, Behindertenwohngruppen und stationären Einrichtungen der Jugendhilfe, wie dem Caritas Kinderdorf in Irschenberg. Zum Schutz vor einer schnellen Ausbreitung des Coronaviruses hat sich die Dorfleitung dort letzte Woche entschlossen, aus einem Kinderdorf sechs kleine Kinderdörfer zu machen.

Jeweils ein Doppelhaus ist nun eine kleine Insel für sich. Die Kinder, Jugendlichen und Mitarbeiter bleiben für sich und haben keinen direkten Kontakt zu den anderen Gruppen. Damit hoffen die Verantwortlichen, sollte es zu Erkrankungen kommen, die Lage besser bewältigen zu können. Die neue Situation ist für die Kinder schmerzhaft, da sie nun auf Besuche von Angehörigen verzichten müssen und auch mit ihren Freunden im Kinderdorf nur noch telefonisch oder elektronisch Kontakt haben können. Bereits am 16. März wurden die Sport- und Spielplätze für externe Mädchen und Jungen aus der Gemeinde gesperrt. Zudem wurde der Zugang zum Kinderdorfgelände stark eingeschränkt und die Abgabe von Sachspenden unterbrochen.

Noch liegen im Kinderdorf keine Erkrankungsfälle vor. Während einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem benachbarten Tirol nicht mehr zur Arbeit kommen dürfen, sind die verbleibenden Fachkräfte mit großem Engagement für die Betreuten da. Das Leitungsteam arbeitet derweil mit Umsicht und Nachdruck an verschiedenen Szenarien. Was ist im Ernstfall zu tun, um die Betreuung und Versorgung aller Bewohner sicherzustellen? Was passiert, wenn plötzlich mehrere Mitarbeitende auf einmal erkranken? Für diesen Fall haben bereits die beiden Leitungen des derzeit geschlossenen sozialpädagogischen Förderzentrums und des Caritas Kinderhauses Farbenfroh in Irschenberg zusammen mit ihren Mitarbeiterteams ihre Unterstützung zugesagt. „Dies ist für uns eine gewisse Beruhigung“, sagt Dorfleiter Wolfgang Hodbod und ergänzt: „Ansonsten sehen wir uns natürlich mit den gleichen Herausforderungen konfrontiert, wie derzeit viele Familien. Allerdings mit dem kleinen Unterschied, dass bei uns sechs bis neun Kinder zu betreuen sind.“

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