„Es fehlt an Schutzanzügen”

Pressegespräch mit Dr. Fritz Ihler, der sich um die Koordinierung der niedergelassenen Ärzte im Landkreis kümmert

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Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen. Und so wurde aufgrund der Corona-Situation Dr. Fritz Ihler (Foto) zum Versorgungsarzt im Landkreis Rosenheim bestimmt. Sein Hauptaufgabengebiet: Die Koordination von über 400 Ärzten im Landkreis und die Sicherstellung der medizinischen Versorgung sowohl für Corona- als auch für Nicht-Corona-Patienten.

Im Pressegespräch am Mittwochnachmittag beteuert Ihler, der als Allgemeinmediziner eine Praxis in Schechen und in Rosenheim hat und im Aufsichtsrat der RoMed-Kliniken sowie für die SPD im Rosenheimer Stadtrat sitzt, dass die medizinische Versorgung in Stadt und Landkreis generell gut wäre, aber dass die Sache dennoch einen Haken habe: „Das Wichtigste ist die Versorgung mit Schutzkleidung für die Ärzte und da gibt es nach wie vor Engpässe.”

Im ärztlichen Alltag bedeutet dies, dass manche Praxen ihre Arbeit nicht machen können, da es an der entsprechenden Kleidung fehlt. Auch ein großer Posten an vom Landkreis bestellter Kleidung sei bisher noch nicht eingetroffen, sagt Ihler.

Um genügend Ärzte für die Bevölkerung zur Verfügung zu haben, ist Dr. Fritz Ihler auf das Entgegenkommen seiner Kollegen angewiesen, doch das ist zum Glück groß: „Viele Praxen haben ihren Osterurlaub abgesagt, um auch in den kommenden Tagen und Wochen für ihre Patienten da zu sein. Viele Ärzte sprechen sich da untereinander ab”, sagt der Versorgungsarzt. Selbstverständlich werden auch weiterhin Menschen ohne Corona-Symptome behandelt, doch Ihler empfiehlt allen Patienten mit aufschiebbaren Terminen, diese auf später zu verlegen. Er weiß, dass sich viele Leute ihre Medikamente auch telefonisch verschreiben lassen, andere wiederum schicken Bilder von ihren Erkrankungen, um eine erste Diagnose auch online zu bekommen.

Damit die medizinische Versorgung so reibungslos wie möglich läuft, gibt’s die Koordination über den E-Mail-Verteiler des ärztlichen Kreisverbandes. Ihler: „Die jungen Kollegen tauschen sich zudem über WhatsApp aus.”

Ressourcen werden derzeit auch bei Arztbesuchen in Alten- und Pflegeheimen geschont. „Momentan geht nur ein Arzt in ein Heim und betreut dort die Insassen – es ist nicht wie bisher, dass mehrere Ärzte in einem Heim ein- und ausgehen und jeder nur nach seinen eigenen Patienten schaut.” Auch hier wird immer wieder gewechselt, die Ärzte sprechen sich ebenfalls ab.

Dass die Mediziner im Landkreis noch genügend Kapazitäten für eventuelle Corona-Fälle haben, liegt auch daran, dass die Zahl der Menschen zurück gegangen ist, die normalerweise wegen anderer Wehwehchen in die Praxis kommen. Hier empfiehlt Dr. Fritz Ihler weiterhin, den Arztbesuch auf einen späteren Zeitpunkt zu legen. Und zu Risikopatienten sagt er: „Wenn ein Termin nicht absolut notwendig ist, dann ist es besser wenn man zuhause bleibt.” So haben Corona-Behandlungen derzeit fast überall Priorität, vorausgesetzt, es ist genügend Schutzkleidung vorhanden.

 

 

 

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