Trotz Corona: Nicht auf Notruf verzichten!

Heimische Mediziner mahnen: Schlaganfall- und Herzinfarkt-Symptome ernst nehmen

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Mit großer Sorge beobachten die Schlaganfallexperten der heimischen Kliniken in Agatharied, Bad Aibling, Rosenheim und Wasserburg sowie die Rettungsdienste, dass viele Patienten mit schwerwiegenden Erkrankungen den Kliniken aus Angst vor einer Ansteckung mit SARS-CoV-2 fern bleiben. Die Ärzte betonen: „Es ist wichtig, dass Patienten mit Verdacht auf einen Herzinfarkt oder Schlaganfall unbedingt den Rettungsdienst unter 112 alarmieren, damit sie sofort behandelt werden können. Bei Herzinfarkten und Schlaganfällen zählt jede Minute.  Eine zügige medizinische Versorgung kann schwere Folgen und bleibende Einschränkungen vermeiden.“

Etwa 270.000 Menschen erleiden pro Jahr in Deutschland einen Schlaganfall. Die Erkrankung ist lebensbedrohlich und durch die Minderdurchblutung des Gehirns eine der Hauptursachen für bleibende Behinderungen. Eine schnelle Versorgung der Betroffenen auf einer Stroke Unit, einer auf die Behandlung von Schlaganfällen spezialisierten Abteilung, ist für die Betroffenen essentiell. In ganz Deutschland gilt daher seit vielen Jahren das Motto: „time is brain“ und meint damit: Je schneller Patienten in der nächstgelegenen Schlaganfalleinheit sind, umso günstiger ist die Prognose.

Typische Symptome eines Schlaganfalles sind plötzlich auftretende Lähmungen, Gesichtsasymmetrie (hängender Mundwinkel), Gefühlsstörungen, Sehstörungen oder Probleme beim Sprechen. Auch plötzlich einsetzender Schwindel kann Ausdruck eines Schlaganfalles sein. „Wenn Patienten mit einem leichten Schlaganfall oder Mini-Schlaganfall nicht schnell medizinisch versorgt werden, ist das Risiko sehr hoch, zeitnah einen erneuten, schweren Schlaganfall zu erleiden. Außerdem beobachten wir immer häufiger, dass Patienten deutlich zu spät in die Klinik eingeliefert werden, so dass oft eine ursächliche Behandlung nicht mehr möglich ist“, sind sich die Experten des Schlaganfallnetzwerkes Rosenheim einig.

„Im Rettungsdienstbereich Rosenheim ist das ,time-is-brain’-Konzept bereits seit vielen Jahren umgesetzt. Alle Abläufe werden regelmäßig im Kreise der Schlaganfall-Kliniken, des Rettungsdienstes und der integrierten Leitstelle Rosenheim diskutiert und optimiert. Jeder Schlaganfallpatient kann sich also darauf verlassen, im Ernstfall stets in die am schnellsten erreichbare geeignete Klinik transportiert zu werden“, bestätigt Dr. Michael Städtler, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst, Rettungsdienstbereich Rosenheim und aktuell auch Leiter Führungsgruppe Katastrophenschutz.

Das Schlaganfallnetzwerk Rosenheim betont, dass die Akutversorgung in den Landkreisen gesichert ist und empfiehlt daher allen Patienten beim Auftreten von Symptomen umgehend den Rettungsdienst unter 112 zu verständigen oder ein Krankenhaus aufzusuchen. Es ist ganz entscheidend, dass sich Patienten trauen mit ihren Krankheiten vorbei zu kommen und keine Angst vor einer Infektion mit dem Corona-Virus haben.

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