Nach wie vor ein hohes Maß an Sicherheit

Polizeiliche Kriminalstatistik 2019 für die Stadt Rosenheim veröffentlicht

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Nein, ganz arbeitslos sind die Rosenheim Cops natürlich nicht. Trotzdem kommen Polizeipräsident Kopp und Oberbürgermeisterin Bauer übereinstimmend zu dem Schluss, dass Rosenheim als größter Ballungsraum zwischen München und Salzburg nach wie vor ein hohes Maß an Sicherheit für seine Bürgerinnen und Bürger bietet. Die nachweislich sehr gute Sicherheitslage in der Stadt Rosenheim lässt sich insbesondere an der Kriminalitätsentwicklung bemessen. Hier der Überblick.

Kriminalitätsentwicklung allgemein:

Insgesamt wurden im Jahr 2019 für den Bereich der Stadt Rosenheim 5.163 Straftaten erfasst. Dies markiert den zweitniedrigsten Stand der erfassten Delikte seit Gründung des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Die Aufklärungsquote lag bei 67,8% und damit leicht über dem bayerischen Durchschnitt. In der Stadt Rosenheim werden zwei von drei Straftaten aufgeklärt!

Die Stadt Rosenheim ist nicht nur aus geografischer Sicht „das Tor nach München“. Mit seinem florierenden Nachtleben, verlockendem Freizeitangebot, dem traditionellen Herbstfest und auch als Sitz zahlreicher erfolgreicher Firmen zieht es eine Vielzahl externer Besucher an.

Dies spiegelt sich auch in der so genannten Häufigkeitszahl wider. Sie ist eine Messgröße, um die Kriminalitätsbelastung in bestimmten Regionen festzulegen und damit mit der Belastung in anderen Regionen vergleichbar zu machen. Sie ist ein rechnerischer Wert, der sich aus der Anzahl der registrierten Straftaten auf die fiktive Zahl von 100.000 Einwohner bezieht. Im Jahr 2019 lag diese Zahl in der Stadt Rosenheim bei einem Wert von 8.153 pro 100.000 Einwohner.

Um den oftmals geführten, unsachlichen Diskussionen bezüglich der Auffälligkeit von Zuwanderern entgegenzuwirken, betont Polizeidirektor Volker Klarner, Leiter der Polizeiinspektion Rosenheim, dass es hier zu keinen besonderen Auffälligkeiten oder gar Problemen in Rosenheim kam. Dies belegt das vorliegende Zahlenmaterial eindeutig. Da jedoch der öffentliche Fokus auf diesen Menschen liegt, werden bspw. interne Auseinandersetzungen in Unterkünften, zu denen es kommt, wenn viele Personen auf engem Raum zusammenleben, sehr kritisch wahrgenommen.

Kriminalitätsentwicklung im Detail:

Erfreulich ist in Rosenheim die im langfristigen Vergleich sinkende Tendenz der Gewaltkriminalität: Dieser Bereich umfasst unter anderem Delikte wie Mord, Totschlag, Vergewaltigung, Raub, gefährliche oder schwere Körperverletzung und weitere Straftaten. Mit 192 dieser Straftaten verzeichnet die Polizei, trotz des Anstiegs von 18 Straftaten im Vergleich zu 2018, den zweitniedrigsten Wert seit Entstehung des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Auch hier ist ein Blick auf die Aufklärungsquote von besonderer Bedeutung. Sie liegt bei 80,2% und liegt somit bei diesen schweren Verbrechen nochmals deutlich über dem allgemeinen Durchschnittswert. Einen signifikanten Rückgang verzeichnet die Polizei im Bereich der Tötungsdelikte mit 2 Taten im Jahr 2019 (2018: 7).

Die Straßenkriminalität umfasst sämtliche Straftaten im öffentlichen Raum. Dazu zählen beispielsweise Körperverletzung auf Straßen, Wegen und Plätzen, Sachbeschädigungen an Kfz, Diebstahl rund um das Kfz und weitere Straftaten. Hier war 2019 ein deutlicher Anstieg um 24,5% auf insgesamt 1.043 Delikte zu verzeichnen. Dieser Anstieg ist im Wesentlichen auf zwei umfangreiche Serien von Graffiti-Schmierereien und den damit verbundenen Sachbeschädigungen zurückzuführen. Der Polizeiinspektion Rosenheim gelang es mittlerweile, in akribischer Kleinarbeit, zwei Graffiti-Sprayer zu überführen. Die beiden Heranwachsenden sind für mindestens 35 Graffiti-Sprühereien im Stadtgebiet verantwortlich, wobei ein Sachschaden von rund 25.000 Euro entstanden ist.

Einen großen Anteil an der Polizeilichen Kriminalstatistik haben auch in der Stadt Rosenheim Diebstahlsdelikte. Hier sind vom Ladendiebstahl bis zum klassischen Einbruch vielfältigste Deliktsarten vertreten. Im Jahr 2019 wurden insgesamt 1.425 Diebstähle im Stadtgebiet von Rosenheim erfasst. Die Aufklärungsquote liegt hier  bei 39,6% und damit auf dem Niveau des Vorjahres.

Wohnungs– und Wohnhauseinbrüche haben oft nachhaltige und umfassende Auswirkungen auf das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung. Neben den materiellen Schäden sind die Opfer vor allem psychischen Belastungen ausgesetzt. Im Jahr 2019 wurden 22 Einbrüche im Stadtgebiet angezeigt, was nahezu dem Wert von 2010 entspricht. Im Jahr 2018 war die Zahl noch annähert doppelt so hoch. Die Erfolge in diesem Bereich sind der thematischen Schwerpunktsetzung im Rahmen der polizeilichen Arbeit sowie der Professionalität der Schutz- und Kriminalpolizei zu verdanken.

Die registrierten 20 Fälle des Einbruchsdiebstahls in gewerbliche Objekte markieren den statistischen Tiefststand seit Gründung des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Dies bedeutet einen Rückgang von 62,3% im Vergleich zu dem ohnehin schon deutlich gesunkenen Vorjahreswert. Den Beamtinnen und Beamten der operativen Ergänzungsdienste Rosenheim gelang es Anfang Oktober 2019 zwei dringend tatverdächtige Personen festzunehmen, die für acht Einbrüche in Geschäfte in Stadt und Landkreis Rosenheim in Frage kamen.

Rosenheims registrierte Rauschgiftkriminalität hat im Jahr 2019 – entgegen dem allgemeinen Trend – um 46 Straftaten abgenommen. Die festgestellten 401 Rauschgiftdelikte implizieren alle Straftaten gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie die direkte Beschaffungskriminalität. Polizeipräsident Robert Kopp, welcher der verharmlosend geführten Diskussion um die Legalisierung und Entkriminalisierung insbesondere von Cannabis eine klare Absage erteilt, befürwortet gemeinsam mit Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer den stringenten Kurs der Rosenheimer Polizeidienststellen.

Obwohl im Bereich der Sexualdelikte die Straftaten um 7,1% auf 65 Fälle zurückgegangen sind, bei einer zugleich sehr hohen Aufklärungsquote von 81,5%, geht die Schere von gefühlter Sicherheit und tatsächlicher Sicherheitslage hier weit auseinander. Dies liegt insbesondere an öffentlichkeitswirksamen Sachverhalten, wie zum Beispiel während des Rosenheimer Herbstfestes 2019. Auch wenn zwischenzeitlich fest steht, dass diese Tat so nicht stattgefunden hat, bleibt bei vielen erschütterten Menschen auch noch danach eine gewisse Verunsicherung bestehen.

Das Deliktfeld Cybercrime fasst Straftaten des Digitalzeitalters zusammen und ist ein stark wachsendes Aktionsfeld der polizeilichen Arbeit. Der Bereich beinhaltet sämtliche Straftaten, die sich gegen das Internet, weitere Datennetze, informationstechnische Systeme oder deren Daten richten. Aber auch Straftaten, die mittels Informations- und Kommunikationstechnik begangen werden.

Dieser Anstieg lässt sich auch in der Stadt Rosenheim beobachten. Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd hat auf diesen problematische Tendenz reagiert:  Neben organisatorischen Verbesserungen wie der Schaffung eigener Kommissariate für Cybercrime verfügen diese zwischenzeitlich über insgesamt 20 Cyberkriminaler die gemeinsam mit IT affinen und besonders geschulten Polizeivollzugsbeamten das Personal dieser Kommissariate bilden.

Leider ist es auch die Leichtsinnigkeit vieler Menschen, die Tätern hier oft „Tür und Tor öffnet“: veraltete Virensoftware und Firewalls, keine oder schwache Passwörter, versäumte Updates und leichtsinnige Preisgabe von persönlichen Informationen, sind hier nur einige der vielfältigen Ursachen.

Aber auch hier konnte die Polizei Erfolge vermelden: Ein 20-jähriger Rosenheimer nutzte die Verkaufsplattformen sozialer Medien für sein betrügerisches Vorgehen und musste sich wegen Warenbetrug in 90 Fällen gegenüber dem Richter verantworten. In mühevoller Kleinarbeit wurden die Daten aus Accounts und Chatverläufen der Geschädigten zusammen getragen und daraus ein Beuteschaden in Höhe von 140.000 Euro nachgewiesen. Der Tatverdächtige konnte im Oktober 2019 festgenommen werden und wurde im Frühjahr 2020 zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt.

Eng mit den Vermögensdelikten verknüpft ist das Phänomen des „CallcenterBetrugs“ und des „Legendenbetrugs“, also Straftaten, die sich zumeist gezielt gegen ältere Menschen richten. In beiden Fällen sind die Täter findig, flexibel sowie skrupellos und handeln zumeist in Gruppen.

Es gibt hier vielfältige Maschen: den Enkeltrick, der falsche Handwerker, Stromableser, aber insbesondere falsche Polizeibeamte, versuchen die Opfer um ihr Erspartes zu bringen. Der Fantasie der Straftäter sind scheinbar keine Grenzen gesetzt und sie überlegen sich immer wieder neue Maschen. Sie gehen dabei so geschickt vor, dass die Opfer letzten Endes ihre gesamten Ersparnisse an der Haustür wildfremden Personen übergeben.

„Bereits im Jahr 2016 richteten wir die Ermittlungsgruppe „Legendenbetrug“ ein. Das äußerst konspirative Vorgehen der Tätergruppen erfordert einen umfangreichen Einsatz operativer Ermittlungsmethoden und damit verbunden einen entsprechend hohen Zeitaufwand. Wir treiben hier eine weitere Professionalisierung der Sachbearbeitung voran, die dem Erkennen von Tatzusammenhängen und der Einleitung notwendiger Sofortmaßnahmen bei Bekanntwerden von Versuchstaten dienen soll.“, so Polizeipräsident Robert Kopp.

Verkehrszahlen der Stadt Rosenheim:

Insgesamt ereigneten sich im Jahr 2019 im Stadtgebiet von Rosenheim 2.665 Verkehrsunfälle, dies sind 55 mehr als im Vorjahr. Bei diesen Verkehrsunfällen wurden insgesamt 457 Personen verletzt. Bei zunehmender Mobilität belegt dies im langfristigen Vergleich einen positiven Trend (2010: 501 Verletzte). Im Straßenverkehr ließen zwei Menschen ihr Leben, was exakt dem Vorjahreswert entspricht.

Nach wie vor bleibt Alkohol eine Hauptunfallursache im Straßenverkehr mit 46 Fällen. Hier ist ein deutlicher Anstieg von 53,3% zu verzeichnen.

 

 

 

 

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