Der Stellvertreter, der viel mehr war …

Riesen-Spagat zwischen Landrat- und Bürgermeisteramt: Abschied von Josef Huber im Landratsamt

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Ein Lächeln zum (vorläufigen?) Abschied: Josef Huber aus Babensham (Foto). Nach dem schweren Sturz des ehemaligen Landrates Wolfgang Berthaler hatte er ihn als dessen Stellvertreter fast zwei Jahre im Landratsamt vertreten. Nun hat der neue CSU-Landrat Otto Lederer die Amtsgeschäfte übernommen und Josef Huber – wiedergewählter Bürgermeister aus Babensham – wurde verabschiedet. Aufgrund der aktuellen Corona-Situation nur in ganz kleiner Runde und mit genügend Abstand.

Nach dem schweren Sturz von Landrat Wolfgang Berthaler im Sommer 2018 hatte niemand damit gerechnet, dass er nicht mehr in sein Amt zurückkehren würde. Am wenigsten hatte das sein Stellvertreter Josef Huber erwartet. In den vergangenen zwei Jahren hat er ihn im Amt vertreten und auf Vieles verzichtet, vor allem auf Urlaub, freie Tage zum Erholen und gemeinsame Zeit mit seiner Frau.

Er hat sowohl seinen Job als stellvertretender Landrat wahrgenommen, als auch den als Bürgermeister in Babensham. Welch gute Arbeit er trotz dieser Doppelbelastung geleistet hat, das bekam er bei der Kommunalwahl präsentiert. Da wurde er in seiner Heimatgemeinde mit 83,1 Prozent wiedergewählt – trotz eines Gegenkandidaten.

Ab sofort hat Babensham seinen Bürgermeister wieder ganz für sich. Josef Huber hat seinen Schreibtisch im Landratsamt geräumt. Nur der Boden der durchsichtigen Plastikkiste war bedeckt mit ein paar letzten Dokumenten, Ausdrucken und seinem IPad.

Bereits in den vergangenen Wochen hatte er dem neuen Landrat Otto Lederer langsam die Zügel in die Hand gegeben. Nun war es Zeit sich ganz vom Schreibtisch im Landratsamt zu verabschieden.

Otto Lederer und Amtsleiter Ulrich Sedlbauer bedankten sich für die Arbeit, die Huber in den vergangenen fast zwei Jahren mit vollem Herzblut in der Behörde geleistet habe. Es sei ein Riesen-Spagat zwischen Bürgermeisteramt in Babensham und seinem Job im Landratsamt gewesen.

„Das war eine besondere Herausforderung, denn Babensham liegt auch nicht in unmittelbarer Nähe zu Rosenheim“, sagte Lederer. Auch Sedlbauer war voll des Lobes: „Sie haben sich im Haus eine Reputation aufgebaut, ohne große Eitelkeiten, nur durch Ihre Art und Ihre sachliche Arbeit.“ Huber bedankte sich und wünschte dem neuen Landrat Otto Lederer für seine Arbeit alles Gute.

Josef Huber ist sicherlich nicht der Mensch für Sentimentalitäten, aber beim Abschied konnte auch er sie nicht ganz verbergen. Aber vielleicht kommt er wieder, falls er erneut zum ersten Stellvertreter des neuen Landrates Otto Lederer gewählt werden sollte …

Dass er ihn sehr gut vertreten kann, hat er nicht nur in den vergangenen zwei Jahren mehr als bewiesen. Dann in Zukunft aber hoffentlich nur als Urlaubsvertretung.

Die Wahl der Stellvertreter des Landrates findet bei der ersten Sitzung des Kreistages in der nächsten Woche am Mittwoch, 13. Mai, statt.   

 

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