60 Prozent mehr Arbeitslose

... als noch vor einem Jahr - Aber im Vergleich zum April ist der Anstieg im Mai deutlich abgeflacht

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„Die Corona-Pandemie hat das gesellschaftliche und das wirtschaftliche Leben von Mitte März bis Mitte Mai stark beeinflusst und auch auf dem Arbeitsmarkt deutliche Spuren hinterlassen“, sagt Michael Vontra, der Geschäftsführer des operativen Geschäfts der Agentur für Arbeit Rosenheim. „Im vergangenen Monat, der den Betrachtungszeitraum vom 15. April bis 14. Mai umfasst, ist die Arbeitslosenzahl im Agenturbezirk Rosenheim, der die Stadt und den Landkreis Rosenheim sowie die Landkreise Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen umfasst, um 840 Personen angestiegen. Im April hatte sich der Wert noch um 1.940 Betroffene erhöht. Vorsichtig formuliert können wir deshalb von einem Abflachen des Anstiegs der Arbeitslosenzahl auf hohem Niveau sprechen.“

  • Im Landkreis Rosenheim liegt die Arbeitslosenquote bei 3,2 Prozent (Vormonat: 3,0 Prozent; Mai 2019: 2,0 Prozent). Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt für den Landkreis beträgt 4.681. Hier sind 3.290 Männer und Frauen nach dem SGB III bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, 323 mehr als im Vormonat. Das Jobcenter Landkreis Rosenheim kümmert sich um 1.391 arbeitslose SGB II-Kunden, 67 mehr als im April. Insgesamt betreut das Jobcenter 3.506 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 2.783 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Zum Stichtag am 14. Mai waren bei der Agentur für Arbeit Rosenheim 10.670 Arbeitslose gemeldet, 3.980 Personen oder knapp 60 Prozent mehr als vor einem Jahr“, sagt Vontra und fügt hinzu:

„Am deutlichsten ist der Anstieg der Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Mai 2019 in den Berufshauptgruppen Tourismus-, Hotel- und Gaststättenberufe (620), Lebensmittelherstellung und -verarbeitung (wie Bäcker; Metzger – 330), Verkaufsberufe (320), Unternehmensführung, -organisation (280) und Verkehr, Logistik (210).

All diese Bereiche waren und sind mittel- oder unmittelbar vom Lockdown durch die Corona-Pandemie betroffen. Wir sehen teilweise bereits jetzt, dass die Arbeitslosenzahl in diesen Wirtschaftsklassen zurückgeht, da die Geschäfte und die Betrieben im Hotel- und Gaststättengewerbe in den vergangenen Wochen schrittweise wieder öffnen konnten. Wir hoffen, dass sich dieser Effekt weiter fortsetzt.“

Die Arbeitslosenquote kletterte im Mai um 0,3 Prozentpunkte auf 3,5 Prozent und liegt damit um 0,3 Prozentpunkte über dem Wert des Vormonats und um 1,3 Prozentpunkte höher als im Mai 2019.

Der Geschäftsführer des operativen Geschäfts sagt weiter: „Die Mitarbeiter*innen unseres Hauses arbeiten alle gemeinschaftlich und teamübergreifend zusammen, um allen Betroffenen – Bewerber*innen, Arbeitnehmer*innen und Arbeitgeber*innen – in dieser besonderen Situation zur Seite zu stehen. Für Bewerber*innen und Arbeitnehmer*innen sind wir unter den Rufnummern 08031-202-555 und 0800 4 5555 00 (kostenlose Servicenummer) und für Arbeitgeber*innen unter der Rufnummer 0800 4 5555 20 (kostenlose Servicenummer) zu erreichen. Dabei liegt ein besonderes Augenmerk unserer Arbeit natürlich auch darauf, dass finanzielle Leistungen pünktlich gezahlt werden“, sagt Vontra und weiter:

„Die Arbeitslosenzahl ist hoch, doch sind wir froh, dass viele Unternehmen seit Beginn der Corona-Pandemie auf das finanzielle Förderinstrument Kurzarbeitergeld zurückgreifen. Dadurch konnten viele Entlassungen vermieden werden.

Bis zum Tag des Datenabzugs am 27. Mai sind für den Monat Mai 488 Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit, die insgesamt 5.579 Beschäftigte umfassten, bei der Agentur für Arbeit Rosenheim eingegangen. Das war ein deutlicher Rückgang gegenüber den knapp 5.692 Anzeigen, die 55.171 Personen umfassten, für konjunkturelle Kurzarbeit, die in den Monaten März und April bei der Agentur für Arbeit Rosenheim eingegangen sind“, erklärt Vontra. „Erfreulicherweise sehen wir, dass einige Betriebe die Arbeitszeit schon wieder erhöhen. Dadurch konnten einige Kollegen*innen bereits wieder in ihren ursprünglichen Arbeitsbereich zurückkehren.“

Er wertet es als richtiges und wichtiges Signal, dass Arbeitgeber weiterhin an der betrieblichen Ausbildung festhalten und betont, dass ihm das Thema Ausbildung auch in der aktuellen Situation besonders wichtig sei:

„Die Beschränkungen durch die Corona-Pandemie werden zurückgehen und der Bedarf an Fachkräften wird bleiben. Wir freuen uns, dass zum Stichtag am 14. Mai die Betriebe im Agenturbezirk dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Rosenheim mit 3.120 lediglich 130 Ausbildungsstellen weniger gemeldet hatten als im Mai des Vorjahres. Wir stehen Ausbildungsbetrieben beratend zur Seite und freuen uns, dass die meisten von ihnen – danke des großen Engagements aller Partner am Ausbildungsmarkt – an ihren bestehenden sowie den ab Herbst geplanten Ausbildungsverhältnissen festhalten. Unser gemeinsames Ziel muss es sein, einen „Ausbildungsjahrgang Corona“ zu verhindern.

Die Berufsberater*innen stehen Euch montags bis donnerstags von 8 bis 12 Uhr und von 13 bis 16 Uhr sowie freitags von 8 bis 12 Uhr unter der neu eingerichteten Rufnummer 08031 202-222 für Fragen zur Verfügung. Sie halten viele attraktive Ausbildungsplätze mit Starttermin im Herbst bereit und geben wertvolle Tipps zu Vorstellungsgesprächen und Bewerbungen. Egal, ob Ihr kurz vor dem Schulabschluss steht, Ihr gerade jobbt oder das Studium abgebrochen habt und nach einer beruflichen Alternative sucht: Ruft am besten gleich an! Die Kollegen*innen werden Euch dabei unterstützen Euren beruflichen Weg zu finden.“

Auf dem Ausbildungsmarkt herrscht aktuell viel Bewegung:

Seit Oktober 2019, dem Beginn des Berichtsjahres für den Ausbildungsmarkt, haben sich bei der Agentur für Arbeit Rosenheim 2.500 Jungen und Mädchen für eine betriebliche Ausbildung vormerken lassen. Aktuell suchen noch 1.190 Jugendliche für den Herbst eine Lehrstelle, 110 weniger als vor einem Monat. Dem gegenüber wurden dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Rosenheim von Industrie- und Handwerksbetrieben, Verwaltungen und den so genannten freien Berufen wie Ärzten, Rechtsanwälten, Steuerberatern etc. seit Oktober 3.120 Ausbildungsplätze mit Starttermin im Herbst gemeldet.

Davon waren zum Stichtag am 14. Mai 1.600 noch unbesetzt, 70 weniger als vor einem Monat. Die meisten Ausbildungsplatzangebote gibt es noch in den Berufen (es gilt jeweils auch die weibliche Form) Kaufmann Einzelhandel (110), Verkäufer (60), Handelsfachwirt (Ausbildung) (60), Bankkaufmann (60), Koch (60) und Zahnmedizinischer Fachangestellter (60). Zahlreiche Angebote können unter www.arbeitsagentur.de in der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit abgerufen werden.

Der Arbeitsmarkt in den weiteren Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

  • Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 5,6 Prozent (Vormonat: 5,1 Prozent; Mai 2019: 3,7 Prozent). Derzeit sind 017 Bürger ohne Arbeit. Bei den SGB III-Kunden, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, stieg die Arbeitslosenzahl um 111 auf 1.113. Für 904 arbeitslose SGBII-Kunden, 84 mehr als im April, ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig. Insgesamt betreut das Jobcenter 2.301 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1.775 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.
  • Im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen beträgt die Arbeitslosenquote im Mai 3,0 Prozent (Vormonat: 2,8 Prozent; Mai 2019: 2,0 Prozent). Das entspricht 103 beschäftigungslosen Bürgern. Davon sind 1.554 Männer und Frauen, 85 mehr als vor einem Monat, in den Geschäftsstellen der Agentur für Arbeit in Bad Tölz und Wolfratshausen gemeldet. 549 SGB II-Kunden, 40 mehr als im April, betreut das Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen. Insgesamt sind beim Jobcenter 2.031 erwerbsfähige Leistungsberechtigte registriert, die in 1.610 sogenannten Bedarfs-gemeinschaften leben.
  • Im Landkreis Miesbach sind derzeit865 Bürger ohne Arbeit, was einer Quote von 3,4 Prozent (Vormonat: 3,2 Prozent; Mai 2019: 1,9 Prozent) entspricht. Davon sind 1.388 arbeitslose Männer und Frauen bei der Agentur für Arbeit in Holzkirchen gemeldet, 68 mehr als im Vormonat. Für die Betreuung der 477 SGB II-Kunden, 62 mehr als im Vormonat, ist der Landkreis Miesbach als “zugelassener kommunaler Träger” (optierende Kommune) zuständig. Insgesamt betreut das Jobcenter 1.214 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 961 sogenannten Bedarfsgemein-schaften leben.

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