24-Stunden-Streik bei Danone

Der Druck bei Danone steigt: Am morgiegen Dienstag treten die Beschäftigten im Rosenheimer Werk des französischen Lebensmittelkonzerns erneut in den Ausstand. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit. „Selbst in der Coronakrise arbeitet der Standort profitabel. Unter den 160 Mitarbeitern herrscht Wut über die geplante Werksschließung und das Verhalten der Unternehmensführung“, sagt Georg Schneider, Geschäftsführer der NGG-Region Rosenheim-Oberbayern. Zum Streikbeginn um 14 Uhr melden sich per Video-Konferenz auch der stellvertretende NGG-Vorsitzende Freddy Adjan und der bayerische NGG-Landeschef Mustafa Öz zu Wort.

Ziel des 24-stündigen Streiks ist es, den Druck auf die Geschäftsleitung zu erhöhen. Die NGG fordert das Unternehmen auf, endlich ein Angebot vorzulegen, um gemeinsam mit den Verhandlungen eines Sozialtarifvertrags beginnen zu können. „Darin sollen höhere Abfindungen und Weiterbildungsmöglichkeiten geregelt werden. Denn der bisher von Danone angebotene Sozialplan reicht aus Sicht der Belegschaft nicht aus“, berichtet Schneider. Die Schließung treffe vor allem ältere Mitarbeiter. Der 24-stündige Streik umfasse nun alle drei Arbeitsschichten im Werk. Gewerkschaft und Belegschaft seien zu weitergehenden Maßnahmen bereit, sollte sich die Konzernspitze weiterhin taub stellen.

 

Wegen der Pandemie gilt bei der Arbeitsniederlegung eine Abstands- und Maskenpflicht. Um die Distanz zwischen den Streikenden einzuhalten, sind wie beim ersten Streik Anfang Juni vor dem Werkstor die Mindestabstände auf dem Boden markiert. Auch Desinfektionsstationen sind aufgebaut.

 

Das Unternehmen hatte im Januar angekündigt, das Werk in Rosenheim bis Juli kommenden Jahres zu schließen. In Oberbayern lässt Danone insbesondere Quark-Joghurt-Cremes herstellen. Außerdem laufen Obstgarten-Quarks und Hüttenkäse vom Band. Das Werk gilt zugleich als Innovationsstandort für neue Milchprodukte. Nach NGG-Informationen konnte der Standort die Produktionsvorgaben des Managements trotz Corona zuletzt sogar deutlich übertreffen.