Azubis händeringend gesucht

Über 840 freie Lehrstellen in Region - Ausbildungsbereitschaft der Betriebe ungebrochen

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Für die vielen ausbildungswilligen Betriebe in Stadt und Landkreis Rosenheim bleibt es auch heuer eine große Herausforderung, alle Ausbildungsplätze mit Azubis zu besetzen. Wenige Wochen vor Start des neuen Ausbildungsjahres sind laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit noch 238 Lehrstellen in der Stadt offen, im Landkreis sind es 611. Ihnen stehen in der Stadt 190 und im Landkreis 509 unversorgte Schulabgänger gegenüber. Rein rechnerisch steht damit jedem Bewerber in der Stadt und dem Landkreis Rosenheim mehr als eine zur Auswahl.

„Zwar ist die Anzahl der gemeldeten Berufsausbildungsstellen, auch Corona-bedingt, in der Stadt um mehr als drei Prozent auf 589 und im Landkreis um fast ein Prozent auf 1.486 gesunken. Gleichzeitig nahm jedoch auch die Anzahl an gemeldeten Bewerbern in der Stadt um rund neun Prozent ab und lag bei 434, im Landkreis waren es 1.329 (-2,2 Prozent). Für ausbildungsbereite Betriebe ist die Situation daher – zumal der Corona-Stillstand die Suche nach geeignetem Fachkräftenachwuchs massiv erschwert hat – erneut sehr schwierig“, sagt Andreas Bensegger, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Rosenheim.

Nachdem die Mehrzahl der Betriebe schrittweise wieder zur Normalität zurückkehrt, lohnt es sich umso mehr für alle an einer Berufsausbildung Interessierten mit dem Bewerben nicht nachzulassen. „Die Chancen sind optimal, dass jeder, der einen Ausbildungsplatz will, auch einen findet“, so Bensegger. Der Vorsitzende ermutigt die jungen Erwachsenen: „Lassen Sie sich bei Ihrer Suche von der Corona-Krise und ihren Auswirkungen nicht verunsichern. Unsere Betriebe schauen nach vorn. Für sie sind Azubis die beste Zukunftsinvestition.“ Bensegger verweist auf eine aktuelle Umfrage der bayerischen IHKs, in der drei Viertel der befragten Betriebe sagen, dass die Ausbildung trotz Corona normal weiterläuft. „Jeden Azubi erwartet nach erfolgreichem Ausbildungsabschluss eine spannende und erfüllende berufliche Zukunft, die alle Wege offen lässt“, betont der Vorsitzende.

Der Rosenheimer Unternehmer geht außerdem davon aus, dass es über den Sommer bei den Vertragsabschlüssen auch zu einem Aufholeffekt kommen wird: „Es bestätigt sich zwar auch in Stadt und Landkreis der oberbayernweite Trend, dass Stand heute bei Betrieben in Industrie, Handel und Dienstleistungen im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019 fast zehn Prozent weniger Verträge abgeschlossen wurden. Doch durch Corona haben sich alle Abläufe verzögert. Schnupperpraktika, Ausbildungsmessen und Bewerbungsgespräche konnten nicht stattfinden. Deshalb dürften so manche Ausbildungsverträge mit zwei oder drei Monaten Verspätung abgeschlossen werden.“

Die Ende Juni veröffentlichten Zahlen der Arbeitsagentur beziehen sich auf alle Bereiche der beruflichen Bildung. Davon ist der IHK-Bereich in der Stadt Rosenheim mit über 900 und im Landkreis mit über 2.000 Azubis in insgesamt mehr als 820 Ausbildungsbetrieben aus Industrie, Handel und Dienstleistungen der größte. Er steht für knapp 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse. Danach folgen Handwerk und freie Berufe.

Offene Ausbildungsplätze können Unternehmen in der bundesweiten IHK-Lehrstellen- börse (www.ihk-lehrstellenboerse.de) einstellen.

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