„Unterirdische Trassen kommen zu kurz”

Parteifreie/ÜWG im Landkreis Rosenheim nehmen Stellung zum Brenner-Nordzulauf

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„Die politische Forderung nach einem Vorrang unterirdischer Trassen bleibt im Planungsdialog unberücksichtigt.” Das ist das Fazit der Parteifreien/ÜWG im Landkreis Rosenheim zum aktuellen Stand der Planungen in Sachen Brenner-Nordzulauf. „Alle fünf Trassenvarianten ergeben massive Raumunverträglichkeiten für den Landkreis und sind daher abzulehnen”, sagte der Fraktionssprecher der Parteifreien im Landkreis Rosenheim, Dieter Kannengießer. Ähnlich argumentierte bereits auch die Stadt Rosenheim in einer Sondersitzung.

Die immer wieder verlauteten Beschwichtigungen nach einem überwiegend unterirdischen Streckenverlauf seien lediglich Wunschträume, so Kannengießer. „Bereits in der vergangenen Sitzung des Gemeindeforums Rosenheim-Süd wurde festgestellt, dass eine Untertunnelung der Strecke A8-Wasserwiesen in Richtung Kolbermoor und Bad Aibling wegen erheblicher Realisierungs- und Genehmigungsrisiken im Gegensatz zur oberirdischen Streckenführung nicht weiterverfolgt wird.”

Insgesamt sei die Forderung, weitgehend unterirdische Trassenführungen zu bevorzugen, auf Nachfrage bei Martin Eckert von der Planungsgruppe dahin gehend beantwortet, dass nach fachlichen Kriterien, nicht nach politischen Forderungen geplant werde. Diese Angaben könnten auch im Internetportal der DB zur Sitzung so nachgelesen werden, erklärt Kannengießer.

„Die eingangs genannte politische Forderung führt darüber hinaus zur Bevorzugung der östlichen Trasse, da hier laut derzeitigem Planungsstand größere Abschnitte unterirdisch verlaufen. Durch die Taktik der Bahn, fünf Trassen zu veröffentlichen, werden die betroffenen Bürger und Gemeinden erneut gegeneinander ausgespielt.”

Die Bedarfsfrage sei nach den Informationen der Regierung von Oberbayern nicht Gegenstand des Raumordnungsverfahrens. Diese Frage sei während des bisherigen Verfahrens oft gestellt worden, jedoch nie ausreichend beantwortet. „Sie muss daher nachdrücklich politisch eingefordert werden.”

Kannengießer hofft, dass möglichst viele Bürger den Ernst der Lage erkennen und ihre Einwendungen zum Raumordnungsverfahren bis spätestens 24. Juli äußern. 

 

FOTO: GEORG BARTH

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