Gemeinsam anderen eine Freude machen

Kinder aus dem Caritas Kinderdorf brachten Anton Grafwallner ein Ständchen zu seinem 72. Geburtstag

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Eine Spende an das Kinderdorf für dessen Musiktherapie hat die kleine Gruppe aus Irschenberg dazu bewogen, Anton Grafwallnwer, dem Behindertenbeauftragten im Landkreis Miesbach, zum Dank ein Geburtstagsständchen zu überbringen. Unter der Leitung der Musiktherapeutin, Erika Schultes, wollten die vier Mädchen und Jungen aus Haus 10 dem Jubilar an seinem Wohnort in Gmund eine ganz besondere Freude machen. Im Gepäck hatte die Kinderdorfband und Dorfleiter Wolfgang Hodbod ihre nagelneuen Ukulelen, Kleinpercussion-Instrumente, eine Handpan, ein Funkmikrofon und einen Lautsprecher.

Alle Musikutensilien wurden durch anonyme Spenden für „Barrieren abbauen“ finanziert, die Grafwallner weitergeleitet hatte. Er verfolgt seit langem die Arbeit der Jugendhilfeeinrichtung und zeigte sich überzeugt, dass Kinder, die in jungen Jahren Schicksalsschläge in ihren Familien erleben mussten, die sie oftmals traumatisiert zurücklassen, eine Chance für eine bessere Zukunft verdienen. „Benachteiligte Kinder brauchen unsere Zuwendung und die Musiktherapie ist eine wunderbare Möglichkeit für die Kinder, ihre Gefühle auszudrücken und zu verarbeiten. Man sieht es – Auftritte wie heute stärken ihr Wir-Gefühl und Selbstbewusstsein“, sagt der Gmunder.

Seit über 20 Jahren setzt er sich ehrenamtlich für die Belange behinderter Menschen im Landkreis ein. Jetzt wir nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger gesucht, denn zum Jahresende möchte der Träger der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland in Ruhestand gehen.

Mit der vermittelten Spende in Höhe von 3.500 Euro soll neben dem Erwerb der Musikinstrumente eine Kinderdorfband aufgebaut werden. Um die regionale Wertschöpfung zu unterstützen, wurden die Instrumente u.a. bei Nikolaus Ruml, Inhaber des Musikgeschäfts „Der Musikant“ in Miesbach, gekauft, der dem Caritas Kinderdorf Sonderkonditionen einräumte.

Mit der Musikband will Schultes gemeinsam Neues erschaffen, es sollen Talente gefördert werden, die Kinder und Jugendlichen werden lernen, Rücksicht auf andere zu nehmen, einmal im Hintergrund zu stehen und einmal im Vordergrund. All das wird sie für ihren Weg in ein selbstbestimmtes Leben stärken. Denn die Musikpädagogin weiß, dass Singen und Musizieren die Entspannung fördert, das Gehirn vernetzt und Lernprozesse unterstützt und sagte: „Gemeinsam etwas einstudieren, dieses vor Publikum vorzutragen, dabei selbst Spaß zu haben und gleichzeitig anderen eine Freude machen – das ist doppelte Freude.“

Im Moment kommen nur die Vier aus einer Kinderdorffamilie in diesen Genuss, aber sobald sich die momentane Situation entspannt, sollen die Kinder und Jugendlichen aus den anderen Wohngruppen zur Band stoßen können. Derzeit jedoch sind die Kinderdorffamilien noch getrennt. „Wir haben wegen der COVID-19 Pandemie aus einem Kinderdorf sechs Kinderdörfer gemacht, damit sich im Falle einer Infektion das Virus nicht so schnell im Dorf ausbreiten kann“, erklärte Dorfleiter Hodbod den Anwesenden. Jeweils ein Doppelhaus auf dem Gelände ist

derzeit noch immer eine kleine Insel. Die Kinder, Jugendlichen und Mitarbeitenden bleiben für sich und pflegen keinen Kontakt zu den anderen Kinderdorffamilien. Mit der neuen Kinderdorfband gibt es einen weiteren triftigen Grund, sich auf die Zeit nach Corona zu freuen.

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