Laster oder giftige Belastung?

Bruckmühls Marktgemeinderätin Monika Mager über die Unsitte, Zigarettenkippen einfach so wegzuschmeißen

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Ein ganz normales Stück Straße in Bruckmühl. 200 Meter lang. Und 200 Meter auf dem Mangfalldamm … Es braucht nicht lange, bis man diesen Haufen Kippen eingesammelt hat. Das ist nicht nur ein scheußlicher Anblick und stinkt fürchterlich, sondern das ist auch richtiger Giftmüll, wie Marktgemeinderätin Monika Mager (Grüne) im folgenden Text anschaulich beschreibt – denn die achtlos weggeworfenen Zigarettenkippen nehmen in Bruckmühl überhand. Und nicht nur da …

In einer Zigarette sind bis zu 7000 verschiedene Chemikalien. Neben dem Nervengift Nikotin finden sich Schwermetalle wie Blei, Chrom, andere Giftstoffe wie Cadmium und Arsen, sowie Verbindungen wie Formaldehyd und Benzol. Viele von ihnen gelten als krebserregend. Die Filter der Zigaretten bestehen aus Celluloseacetat, einem Stoff, der sehr schwer abbaubar ist. Im Süßwasser braucht es bis zu 15 Jahre, im Salzwasser vermutet man mehrere 100 Jahre! Werden die Kippen bedenkenlos in der Natur entsorgt, landen sie oder deren Bestandteile und Inhaltsstoffe irgendwann in unseren Gewässern. Die Überreste können von den Wasserbewohnern fälschlicherweise als Nahrung erkannt werden, was dann nicht selten tödlich endet. Die Giftstoffe werden ausgewaschen und wirken teilweise ebenfalls tödlich. Eine einzige Zigarette pro Liter Wasser tötet die Hälfte der darin lebenden Fische. Bei Wasserflöhen reicht eine Zigarette auf acht Liter, um die Population zu halbieren.

Auch wenn unser Trinkwasser durch die achtlos weggeworfenen Zigaretten nicht gefährdet ist, muss man dennoch bedenken, dass viele Giftstoffe sich in den Tieren anreichern und somit doch irgendwann auf unseren Tellern landen können.

All dies sieht und spürt man nicht direkt, und doch geht auch eine unmittelbare Gefahr von den Stummeln aus. Die Giftnotrufzentrale in Berlin hat in den Jahren 2015-2017 2888 Anrufe bekommen, weil Kinder Zigaretten oder Stummel verschluckt haben. Auf Spielplätzen, auf Straßen oder selbst im Haushalt.

Zigaretten und deren Überreste stellen tatsächlich einen großen Teil des Müllaufkommens. Bei geschätzten 5,6 Billionen – 5 600 000 000 000!!!!! – gerauchten Zigaretten jährlich fallen etwa 340-680 Millionen Kilogramm Müll an! Und etwa jede zweite Zigarette wird nicht vorschriftsmäßig entsorgt, sondern landet auf der Straße, am Strand, im Abwasser, im Erdreich. Tatsächlich handelt es sich bei dieser Art der Entsorgung genaugenommen sogar um eine Ordnungswidrigkeit, die mit Bußgeld belegt werden kann.

Aber soweit sollte und muss es nicht kommen.

Was für den anfallenden Müll beim Picknick im Park und auf den Bergen gilt, gilt genauso für die gerauchten Stummel. Wenn man den Müll nicht vermeiden kann, entsorgt man ihn in dafür vorgesehenen Behältern, Mülleimern oder Aschenbechern.

Niemand möchte in seinem Garten Giftmüll und sonstigen Unrat lagern. Sehen wir doch unseren Mangfalldamm und unsere Wege und Straßen als wäre es unser eigener Garten!

Es braucht nicht viel, um unsere Umwelt nicht nur schöner zu machen, sondern sie auch zugleich zu schützen.

 

 

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