Extrem dreist

Betrügerische, britische Teerkolonne treibt ihr Unwesen in der Region - Von Polizei entlarvt

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Eine eigentlich unspektakuläre Mitteilung beschäftigt die Polizei in Ebersberg: Dass ein am Entsorgungszentrum „Schafweide“ abgestellter Lkw erhebliche Mengen Öl verlor, meldeten Passanten am Dienstagabend der integrierten Leitstelle Erding, weswegen Feuerwehr und Polizei alarmiert wurden, so die Beamten heute. Während die Feuerwehr ihre Arbeit verrichtete, überprüften die Polizisten den Lkw mit englischer Zulassung und stellten fest, dass er bereits mehrfach aufgefallen war. Offensichtlich gehört er einer britischen Teerkolonne, die deutschlandweit ihr Unwesen treibt.

Man entschloss sich den Lkw im Auge zu behalten und tatsächlich waren zwei irische Staatsbürger am späten, gestrigen Mittwochvormittag mit dem Lkw dann weggefahren. Bei deren Kontrolle wurde festgestellt, dass der Fahrer nicht im Besitz der notwendigen Fahrerlaubnis, der Beifahrer ohne Ausweispapiere unterwegs war.

Bei der weiteren Sachbearbeitung stellte sich schnell heraus, dass der Chef der Beiden nur Interesse am Lkw, nicht an ihnen hatte: Während der Überprüfung auf der Dienststelle hatte er den Lkw mit einem Zweitschlüssel vom Kontrollort wegfahren lassen, weigerte sich aber die notwendigen Dokumente der beiden Iren beizubringen.

Am späten, gestrigen Nachmittag konnte dann der Lkw mit Kollegen der PI Bad Aibling erneut kontrolliert werden und auch dieser Fahrer, ein 28-jähriger Ire, besaß nicht die notwendige Fahrerlaubnis. Trotz Unterbindung der Weiterfahrt setzte sich der 28-Jährige kurze Zeit später wieder hinter das Steuer des Kippers und fuhr davon. Hierbei achtete er penibel auf mögliche Verfolger. Trotzdem wurde er nach einigen Kilometern endgültig angehalten und der Kipper zur Unterbindung weiterer Straftaten sichergestellt.

Die Dreistigkeit der Betrüger war aber hiermit noch nicht zu Ende. Am heutigen Donnerstagvormittag wollte ein 19-jähriger Ire den Kipper „auslösen“ und fuhr mit einem Ford Fiesta, britischer Zulassung, bei der PI Ebersberg vor. Eine Überprüfung ergab, dass das Fahrzeug seit Ende 2019 nicht mehr zugelassen ist – eine Steuer wurde sogar seit Ende 2018 nicht mehr entrichtet. Eine notwendige Haftpflichtversicherung dürfte ebenfalls nicht bestehen. Auch dieses Fahrzeug wurde nun aus dem Verkehr gezogen.

Aufgrund der Kontrollen und daraus gewonnenen Erkenntnisse, konnten der britischen Teerkolonne neben den aktuellen Verkehrsstraftaten auch eine Vielzahl von Betrügereien in ganz Bayern zugeordnet werden. Unter anderem bezahlte ein Gastwirt aus Kirchseeon 1000 Euro für das Auffüllen von drei Schlaglöchern mit Riesel-Kies – die vereinbarte Teerdecke wurde nie aufgebracht. Für ein ähnliches Vorgehen zahlte eine andere Geschädigte sogar 5400 Euro.

Da es sich bei den Tätern um EU-Bürger handelt, sind alle wieder auf freiem Fuß und dürften weiterhin ihrer teilweise betrügerischen Tätigkeit nachgehen. Die PI Ebersberg kann nur eindringlich vor solchen „Haustürgeschäften“ warnen. Erfahrungen zeigen, dass mögliche Opfer zum Abschluss solcher Geschäfte regelrecht gedrängt werden. Scheuen Sie sich nicht die Polizei zu alarmieren!

Opfer der Teerkolonne werden gebeten, sich bei der PI Ebersberg unter der 08092/8268-0 zu melden.

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