Frau weggespült

Verkehrsknotenpunkt in Bad Feilnbach durch Hochwasser lahm gelegt - mehrere Fahrzeuge blieben im Wasser stecken

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Auf Grund der gestrigen Hochwasserlage im Gemeindegebiet Bad Feilnbach wurden die Staatsstraßen 2089 und 2010 in alle vier Richtungen gesperrt. Dieser wichtige Verkehrsknotenpunkt ist für viele Anwohner und Durchreisende, insbesondere bei Sperrungen auf der Autobahn A8 Ri. Süden, An- bzw. Umfahrungsstrecke. Durch das Hochwasser wurden alle vier Fahrtrichtungen stark überspült und das Wasser stand teils 30 bis 40 Zentimeter hoch.

Aus Sicht der Sicherheit für die Verkehrsteilnehmer war es daher zwingend notwendig, die Straßen komplett zu sperren. Dies war einerseits nötig, um die Verkehrsteilnehmer vor Schäden an ihren Fahrzeugen zu bewahren, aber viel mehr noch, um eine Gefahr für deren Leben und Gesundheit abzuwenden. Denn in dem verdreckten Wasser kann man nicht erkennen, ob Teile der Fahrbahn weggespült oder sich große mitgetriebene Gegenstände dort ablegten. Eine Kollision oder ein Liegenbleiben in diesem Bereich kann sich zu einer ernstzunehmenden Gefahr entwickeln.

Die Straßenmeisterei Rosenheim reagierte und sperrte die Staatsstraßen mit dem Verkehrszeichen 250 „Verbot der Einfahrt“. Doch was dann passierte, macht die Einsatzkräfte stutzig. Schnell merkte man, dass die Verkehrsteilnehmer wohl eher von einer Empfehlung des Zeichens 250 ausgingen und nicht von einem Verbot. Laufend kamen neue Fahrzeug an den Kreisverkehr herangefahren, durchfuhren die strömenden Wassermassen und mussten dann wieder zurückgeschickt werden, weil kein Weiterkommen möglich war. Zeitweise standen plötzlich vier Sattelzüge und 30 Fahrzeuge am Kreisverkehr. Es staute sich sogar bis in die Wassermassen zurück. Selbst als die Fahrbahn komplett gesperrt wurde, also auch die Gegenfahrbahn, stellten die Autofahrer die Warnbaken so hin, dass sie vorbeifahren konnten. Konfrontierte man die Autofahrer mit ihrem verbotswidrigen Handeln, waren Ausreden wie „ich bin doch Arbeiter, für mich gilt das nicht“ oder „da waren keine Schilder“, nicht unüblich.

Traurige Bilanz – ein Lkw sowie ein Paketdienstfahrer blieben in den Wassermassen am Kreisverkehr stecken. Eine ältere Frau aus der Gemeinde Bad Feilnbach wurde weggespült und musste direkt am Kreisverkehr befreit werden. Im Bereich Wasserwiesen fuhren drei Fahrzeuge ins Wasser – davon mussten vier Personen von der Feuerwehr befreit werden. Drei Fahrzeuge waren bereits im Wasser gestanden, ohne die Fahrer. Es ist davon auszugehen, dass diese Fahrzeuge einen sog. „Wasserschlag“ erlitten und nun mit hohen Reparaturkosten rechnen müssen.

Die Polizei weist in diesem Zusammenhang nochmals eindringlich darauf hin, dass das Zeichen 250 das Verbot des Einfahrens darstellt. Das gezeigte Verhalten ist nicht tolerierbar und wurde konsequent geahndet. Wir alle müssen in solch schwierigen Situationen zusammenhalten und uns nicht gegenseitig noch mehr Probleme bereiten. Auch Sie können hierbei einen erheblichen Beitrag zur Bewältigung solcher großer Einsatzlagen leisten!

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