Gegen sechs-streifigen Ausbau der A8

Rosenheims Grüne fordern zwei Standspuren für die Salzburger Autobahn

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Der Grünen-Kreisverband Rosenheim setzt sich weiterhin für eine Erweiterung der A8 um lediglich zwei Standspuren ein und lehnt die Pläne zu einem unverhältnismäßigen Ausbau ab. Das machten die Grünen anlässlich der Auslegung der 1. Tektur zum Planfeststellungsverfahren eines sechs-streifigen Ausbaus der Autobahn zwischen Achenmühle und Bernauer Berg deutlich.

Landes- und Bundesregierung planen derzeit, die bisher zweispurige Fahrbahn auf eine Breite von 36 Meter mehr als zu verdoppeln.

Für die Grünen in den betroffenen Ortsverbänden stellt dies einen unverhältnismäßigen Eingriff in die höchst sensible Landschaft am südlichen Ufer des Chiemsees mit seiner einzigartigen Fauna und Flora dar, es drohe die unwiderbringliche Zerstörung einer wertvollen Natur- und Kulturlandschaft.

Mit einem steigenden Verkehrsaufkommen in diesem Abschnitt würden zudem die ohnehin bereits lärm- und abgasgeplagten Anliegergemeinden im Voralpenland weit über Gebühr belastet.

Die Grünen fordern stattdessen, den Streckenabschnitt lediglich um zwei Standspuren zu erweitern (wie auf dem Foto), die dem laufenden Verkehr nicht dauerhaft zur Verfügung stehen, sondern nur bei Unfällen für Sicherheit sorgen sollen. Im gesamten Abschnitt müsse zudem schnellstmöglich eine Höchstgeschwindigkeit von 120 Stundenkilometern eingeführt werden, um Unfällen vorzubeugen und die Anliegergemeinden vor Lärm zu schützen.

Alle Bauten entlang der Autobahn müssen nach Ansicht der Grünen optimal in die sensible Landschaft eingepasst werden und zusätzlich alle erdenklichen Anstrengungen unternommen werden, um Anwohner*innen und Gäste vor dem Verkehrslärm zu schützen. Ebenso sollten bereits jetzt Lärmschutzmaßnahmen für alle Anliegergemeinden realisiert werden und nicht erst im Nachhinein oder gar nicht, wie teilweise geplant. Für die Fauna vor Ort sollen ausreichend Grünbrücken für Wildwechsel und Wiedervernetzung von zerschnittenen Lebensräumen errichtet werden.

Die Landkreis-Grünen zweifeln zudem an den Verkehrsprognosen, die den Planungen zugrunde liegen. Bereits vorgesehene oder kürzlich verwirklichte Straßen- und Schienenbaumaßnahmen bleiben in diesen Prognosen unberücksichtigt und die Verkehrsspitzen an wenigen Ferienwochenenden im Jahr rechtfertigen weder die übermäßigen Kosten noch den enormen Landschaftsverbrauch.

Nach Meinung der Grünen bedeutet eine zeitgemäße Verkehrspolitik, mobil zu sein und gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz und für saubere Luft leisten. Insbesondere öffentliche Verkehrsmittel und -wege sollten gefördert werden. Mit den gegenwärtigen Planungen jedoch stehe zu befürchten, dass wegen des überteuerten Ausbaus der A8 Mittel fehlen werden, um wichtige Infrastrukturprojekte für eine zeitgemäße, nachhaltige und klimaneutrale Mobilität in der Region zu verwirklichen.

Alle Landkreisbürger können noch bis spätestens 3. September schriftlich Einwendungen gegen den A8-Ausbau erheben bei der Regierung von Oberbayern in München.

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