Die Fäuste flogen

Mehrere Passanten verständigten am gestrigen Mittwochabend gegen 21 Uhr die Polizei in Rosenheim, dass im Salingarten eine größere Schlägerei im Gange sein solle. Dabei sollen sich Männer gegenseitig mit den Fäusten ins Gesicht schlagen, einer blute bereits stark im Gesicht. Die Polizei schickte gleich mal mehrere Streifen los, die vor ort eine Personengruppe antraf. Nach derzeitigem Ermittlungsstand waren offenbar ein 34-Jähriger aus Schechen und ein 33-Jähriger aus Trostberg plötzlich im Eingangsbereich des Salingartens in Streit geraten …

Die Beiden wollten „die Sache“ dann auf der Wiese im Salingarten klären. Dort angekommen, habe der Trostberger sofort einen Faustschlag gegen den Kopf seines Kontrahenten gesetzt. Der 34-Jährige aus Schechen habe den Faustschlägen teilweise ausweichen können, habe aber seinerseits auch mit den Fäusten zurückgeschlagen. Zeugen schilderten, dass sich eine wilde Rauferei zwischen den Beiden entwickelt habe.

Kurz danach traf die Rosenheimer Polizei vor Ort ein und konnte die Beiden noch auf der Wiese antreffen.

Der Mann aus Schechen war deutlich alkoholisiert, zeigte sich aber gegenüber den Beamten ruhig und einsichtig, so die Polizei heute.

Der Trostberger jedoch verweigerte die Herausgabe seiner Personalien und fing jetzt an, die Beamten anzuschreien. Er drohte der Streife an, jetzt sie schlagen zu wollen. Der Mann wirkte stark alkoholisiert, gewaltbereit und leistete keinen Anordnungen der Polizei Folge. Aus diesem Grund mussten ihm Handschellen angelegt werden und er sollte zur Dienststelle verbracht werden.

Während der Verbringung im Dienstfahrzeug zur Inspektion versuchte er, sich die Handschellen abzustreifen und trat fortwährend mit den Füßen gegen die Sitze des Dienstautos. Ein 29-jähriger Polizeibeamter versuchte, weitere Tritte zu verhindern und der Trostberger spuckte dem Beamten daraufhin mit voller Absicht in das Gesicht.

Durch seine folgende, massive Gegenwehr, teilweise mit mehreren wilden Fußtritten, verletzte er deshalb auch einen 42-jährigen und einen 23-jährigen sowie einen 26-jähriger Polizeibeamten leicht. Die eingesetzten Beamten der Rosenheimer Polizei sind weiter dienstfähig, heißt es heute.

Der Randalierer wurde anschließend in eine Zelle der Rosenheimer Polizei verbracht und versuchte trotz Einsatzes einer sogenannten Spuckhaube weiter, auf die Beamten zu spucken. Ein Atemalkoholtest beim Trostberger ergab rund zwei Promille und nach Anordnung der Staatsanwaltschaft wurde eine Blutentnahme durchgeführt.

Durch den Einsatz einer Polizei-BodyCam konnte der wesentliche Tathergang aufgenommen und dokumentiert werden.

Die Polizei hat Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Köperverletzung und eines tätlichen Angriffes gegen Vollstreckungsbeamte eingeleitet.

Da sich bei der angetroffenen Gruppe im Salingarten, die der Schlägerei nur als Zuschauer beiwohnten, zudem auch weitere Personen befanden, die ein verwaltungsrechtliches Betretungsverbot im Salingarten haben, wurden deshalb entsprechende Bußgeldverfahren an die Stadt Rosenheim eingeleitet.