Das Kinderdorf blieb leer

Förderverein Caritas Kinderdorf Irschenberg e.V. feiert 50-jähriges Jubiläum im Stillen

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Eigentlich war geplant, den 50. Jahrestag des Fördervereins Caritas Kinderdorf Irschenberg e.V. gemeinsam mit der Vorsitzenden Ilse Aigner, den Mitgliedern des Fördervereins, langjährigen Spendern und Förderern groß zu feiern. Doch das Kinderdorf in Irschenberg blieb leer.

COVID-19 hat der Veranstaltung – wie so vielen anderen – einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Statt des geplanten Jubiläums-Events im Juli wird es nun eine gedruckte Jubiläumsausgabe geben. Ein EXTRABLATT zum Fünfzigsten des Fördervereins wird Anfang September den Wochenendausgaben der führenden Tageszeitungen in der Region beigelegt werden.

Begonnen hat alles 1970. Da hatte Caritasdirektor Prälat Franz Sales Müller (im Foto o.) die Vision, eine neue Heimstatt für Kinder und Jugendliche zu schaffen, die beispielhaft für eine „neue Heimerziehung“ sein sollte. Gut bekannt mit der Familie des Ministerpräsidenten Alfons Goppel fand er in dessen Frau Gertrud eine wichtige Mitstreiterin für seine Idee, ein katholisches Kinderdorf in Oberbayern zu bauen. Die Beiden scharrten eine kleine Gruppe Engagierter um sich und gründeten am 10. April 1970 den Förderverein Caritas Kinderdorf Irschenberg e. V. mit dem Zweck, das vom Caritasverband der Erzdiözese München und Freising unterhaltene Kinderdorf ideell und finanziell unter die Arme zu greifen. Innenminister Bruno Merk übernahm den Vereinsvorsitz und Gertrud Goppel die Funktion der Schirmherrin. Merk folgten in den Jahrzehnten danach namhafte, bayerische Persönlichkeiten als Vorsitzende mit Dr. Fritz Pirkl (Bayrischer Sozialminister), Alois Glück (Vorsitzender der CSU Landtagsfraktion, Präsident des Bayrischen Landtags) und mit Ilse Aigner, der amtierenden Präsidentin des Bayrischen Landtags.

Der Förderverein, der im Rahmen der Förderung der Jugendhilfe vom Finanzamt München als gemeinnützig anerkannt ist, sammelt Gelder ausschließlich für das Kinderdorf, bestimmt und überwacht deren Verwendung. Er unterstützt die Jugendhilfeeinrichtung u. a. in den Bereichen Bildung, Sport, Musik, Freizeit, Kunst und Gesundheit. Die Summe an Leistungen beläuft sich seit 1985 auf rund 2,6 Mio. Euro. Der Förderverein, bei dem jeder Mitglied werden kann, zählt heute 177 Mitglieder. Weitere wichtige Säule sind die rund 2.000 regelmäßigen Spender. Ob Einzelpersonen, Vereine, Organisation oder Unternehmen, deren finanziellen Zuwendungen zeigen die Wertschätzung der sozialen Arbeit, die im Caritas Kinderdorf Irschenberg geleistet wird.

Dorfleiter Wolfgang Hodbod freut sich über die starke regionale Verbundenheit und  zeigt sich dankbar: „Seit 50 Jahren unterstützt uns der Förderverein und sorgt für den nötigen Rückenwind. Es ist für unsere Mitarbeitenden eine große Ermutigung, dass wir von einer starken Solidarität in der Gesellschaft getragen werden. Vieles wäre ohne diese großartige Unterstützung nicht möglich. Der Förderverein springt ein, wo es für eine notwendige Förderung von Kindern und Jugendlichen keinen zuständigen Kostenträger gibt.“ Neben der wirtschaftlichen Hilfe spielt die ideelle Unterstützung eine ebenso wichtige Rollte, denn gute Ratschläge oder das Zurverfügungstellen von Netzwerken der Fördermitglieder sind hilfreich, wenn beispielsweise Praktikums- und Ausbildungsplätze vermittelt werden.

Ende des Jahres soll die nächste Mitgliederversammlung unter dem Vorsitz der bayerischen Landtagspräsidentin Ilse Aigner stattfinden. Hier wird dann wieder entschieden, wo Mittel und in welcher Höhe für das Caritas Kinderdorf 2021 eingesetzt werden sollen.

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