Keine Infizierten in Bad Feilnbach

RKI teilte am Mittag Erkenntnisse des Corona-Monitorings aus Bad Feilnbach mit - 40 Prozent der Genesenen ohne Antikörper

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Die heutige Pressekonferenz des Robert-Koch-Instituts in der Turnhalle Bad Feilnbach brachte es an den Tag: Im Verlauf der Studie, die vom 23. Juni bis zum 4. Juli in der Gemeinde durchgeführt wurde (wir berichteten), konnten keine akuten Infektionen festgestellt werden.

 

Foto: Bürgermeister Anton Wallner, Dr. Osamah Hamouda und Dr. Claudia Santos-Hövener (v.l.)

Dr. Claudia Santos-Hövener, Projektleiterin der Studie, erklärte die ersten Erkenntnisse des Monitorings dann genauer: 2153 vom RKI ausgewählte Feilnbacher ließen sich in der genannten Zeit via PCR-Test auf mögliche Virenspuren und durch einen Bluttest auf mögliche Antikörper testen. Infektionen konnten wie erwähnt nicht nachgewiesen werden, und das Resultat der Antikörpertests zeigte, dass bei rund sechs Prozent der Getesteten Antikörper gegen das SARS-CoV-2-Virus festgestellt wurden, sie also die Infektion durchgemacht haben.

Santos-Hövener dazu: „Dadurch wurde nachgewiesen, dass es in Bad Feilnbach 2,6 mal mehr Infektionen gab, als bisher bekannt.“ Die vielbeschworene Dunkelziffer lag also höher, was im Nachhinein auch die oft befürchtete Gefährlichkeit des Virus abschwächt.

Denn: Einige der Personen mit positivem Antikörper-Nachweis waren ohne Symptome – sie bemerken nicht einmal, dass sie das Virus in sich hatten.

85,5 Prozent der positiv auf Antikörper Getesteten hatten allerdings in der Vergangenheit Symptome wie Husten, Schnupfen, Fieber, Atemnot, Kurzatmigkeit, Halsschmerzen, Lungenentzündung oder Geruchs- und Geschmacksstörungen.

Interessant auch die Erkenntnis, dass bei 39,9 Prozent der getesteten Menschen, die bereits einmal einen positiven SARS-CoV-2-Test hatten, keine Antikörper mehr nachgewiesen werden konnten. „Trotzdem“, erklären die Experten des RKI, „kann eine Immunität gegen das Virus weiter gegeben sein.“

Dr. Osamah Hamouda, Leiter der Abteilung für Infektionsepidemiologie am RKI, ging auch auf die derzeit steigenden Fallzahlen ein, wobei er auf Nachfrage einräumte, dass eine höhere Anzahl an Tests logischerweise auch eine höhere Zahl an positiv getesteten Menschen nach sich zieht.

„Neu ist jedoch die Altersstruktur unter den positiv Getesteten – es sind so gut wie nur Personen zwischen 15 und 59 Jahren. Über 60-Jährige und unter Fünfjährige mit einem positiven Test haben wir derzeit fast gar nicht mehr.”

Hamouda gab allerdings auch zu, dass man in vielen Bereichen noch keine letzten Erkenntnisse für die Zukunft ziehen könne. „Es ist schwierig für uns alle, mit dieser Unsicherheit zu leben. Doch ich gehe davon aus, dass wir auch in den kommenden Monaten mit diesem Virus umgehen müssen. Wir haben im Frühjahr gehofft, dass es vielleicht einfach vorbei gehen wird. So leicht ist es jedoch nicht.“

Das Ergebnis der Studie in Bad Feilnbach ist übrigens nicht nur für die Bürgerinnen und Bürger beruhigend. Auch Bürgermeister Anton Wallner, der die Pressekonferenz eröffnete, zieht ein positives Fazit: „Wir sind nicht für Corona bekannt, sondern für Gesundheit und Erholung vor den Toren Münchens.“

 

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