Ein Hauch von Festival

Die Plakate waren überall gehängt, die Kataloge kamen gerade frisch aus dem Druck – die Organisatoren standen im März längst in den Startlöchern und waren voller Vorfreude, als sie die Nonfiktionale angesichts der sich zuspitzenden Pandemie-Situation absagen mussten. Die 13. Festivalausgabe findet nun planmäßig vom 11. bis 14. März 2021 statt.

Um die Wartezeit zu verkürzen und um einmal mehr daran zu erinnern, wie wichtig das Kino als Ort geteilter Filmerfahrungen ist, laden die Veranstalter vom 2. bis 4. Oktober zu einem Zwischenspiel ins Aibvision Filmtheater ein. Dazu haben sie ein kleines, feines Programm zusammengestellt. Ausnahmsweise eint die vier Dokumentarfilme diesmal kein Motto – es gibt aber, wie es bei der Nonfiktinale Tradition ist, eine längere Diskussion mit den Filmschaffenden nach jeder Vorführung. Denn Filme zu zeigen und anschließend gemeinsam darüber nachzudenken, gehört für die Leute der Nonfiktionale unbedingt zusammen.

Insgesamt werden vier Werke zu sehen sein:

„Regeln am Band bei hoher Geschwindigkeit” (2.10., um 19:30 Uhr) wurde auf ungeahnte Weise von der Aktualität eingeholt, denn wer kennt den Fleischwerk-Riesen Tönnies inzwischen nicht aus den Nachrichten? Dennoch übersteigt der Film jeden vordergründigen Aktualitätsbezug bei Weitem und entpuppt sich als eine ebenso vielschichtige wie kluge Reflexion auf kapitalistische Markwirtschaft, Moral und moderne Sklaverei.

Den Tag der Deutschen Einheit nehmen die Festivalmacher dann zum Ausgangspunkt, um sich in zwei Filmen deutscher Lebenswirklichkeit zu nähern. In „Warum ich hier bin” (Familienprogramm, 3.10., um 16 Uhr) erzählen fünf Protagonisten unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Herkunft, wie es für sie war, hier ein neues Leben zu beginnen. Animierte Sequenzen machen die Erzählungen lebendig und so insbesondere auch für Kinder nachvollziehbar.

„Im Stillen laut” (3.10., um 19:30 Uhr) wiederum porträtiert zwei 81-jährige Frauen, die auf eine gemeinsame Liebesbeziehung, die Kunst sowie ihre Erinnerungen an ein unangepasstes Leben in der DDR zurückblicken.

„Walchensee Forever” (4.10., 11 Uhr) nimmt das Publikum mit auf eine Reise voller verschlungener Pfade durch ein Jahrhundert Familiengeschichte. Im Mittelpunkt stehen die Frauen der Familie und ihre Suche nach Heimat und Identität. Und immer wieder führen ihre Wege an den bayerischen Walchensee.

Karten gibt es über das Aibvision Filmtheater; alle Infos zum Programm findet man unter www.nonfiktionale.de