Infizierter verschwieg Party

Gesundheitsamt Rosenheim schaltete Kripo ein - Die Corona-Wochenbilanz des Landratsamtes: Rasante Ausbreitung

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Drei Personen sind in der vergangenen Woche in Verbindung mit einer Corona-Erkrankung verstorben, so meldet es am heutigen Freitag das Landratsamt in seiner Wochen-Statistik – wir berichteten bereits von diesen Todesfällen. Der letzte Todesfall zuvor war am 6. Juli gewesen. Insgesamt sind nun 225 Personen an und mit COVID-19 in Stadt und Landkreis Rosenheim gestorben (Landkreis: 202, Stadt: 23). Aktuell werden 14 Corona-Patienten in Stadt und Landkreis stationär im Krankenhaus behandelt. Hiervon befindet sich ein Patient mit einem schweren Verlauf auf einer Intensivstation, meldet die Behörde heute. Die Bilanz mit dem wöchentlichen Blick auf die Gemeinden und auch auf ein Superspreading-Ereignis …

Infektionsübertragungen ereignen sich aktuell überwiegend im privaten Umfeld, bestätigt die Behörde heute. Es komme vereinzelt zu Superspreading-Ereignissen zum Beispiel durch private Feiern.

Das Landratsamt: In einem Fall wurde eine Party in einem unbelüfteten Kellerraum mit über 30 Personen gefeiert. Dem Gesundheitsamt gegenüber wurde durch den Verursacher des Corona-Ausbruchs als Kontakt aber leider die Feier anfangs nicht genannt, so dass wertvolle Zeit zur Eindämmung des Geschehens verloren worden sei. Der Fall wurde mittlerweile der Kriminalpolizei übergeben.

Zunehmend falle es schwerer, die Quelle einer Ansteckung zu ermitteln und die Infektionsketten nachzuverfolgen.

Trotz des Anstiegs der Fallzahlen versuche das Gesundheitsamt Rosenheim, die Fälle weiterhin tagesaktuell telefonisch und schriftlich über ihre Infektion zu informieren und die erforderlichen Infektionsschutzmaßnahmen anzuordnen. Es wird jedoch immer schwieriger, daran anschließend die engen Kontaktpersonen zeitnah zu kontaktieren und ebenfalls eine häusliche Quarantäne anzuordnen.

Das Personal des Gesundheitsamtes werde derzeit weiter aufgestockt, um die Infektionsschutzmaßnahmen leisten zu können.

Aus Sicht des Staatlichen Gesundheitsamtes Rosenheim seien die Schulen zwar keine Treiber der Pandemie, trotzdem komme es in Schulen zunehmend zum Auftreten von Infektionen mit Folgefällen (wir berichten laufend).

Im Zeitraum vom 1. bis zum 22. Oktober wurden bislang in 15 Schulen im Landkreis und  in zehn Schulen in der Stadt insgesamt 78 Personen positiv auf SARS-CoV-2 getestet. Von den 25 Schulen waren acht Grundschulen mit 14 Fällen betroffen. Insgesamt mussten bislang allein hier im Schulbereich über 1.200 enge Kontaktpersonen in häusliche Quarantäne geschickt werden.

„Der plötzliche starke Anstieg der Fallzahlen in Stadt und Landkreis ist besorgniserregend und dramatisch. Die Lage spitzt sich zu, wir befinden uns aktuell mitten in der zweiten Welle und sehen eine rasante Ausbreitung des Infektionsgeschehens“, mahnt Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes Rosenheim.

Und weiter:

„Das Gesundheitsamt stemmt sich mit aller Macht gegen diese 2. Welle und versucht, durch weitere deutliche Aufstockung des Personals eine unkontrollierte Ausbreitung und damit zwangsläufig einen Lockdown für die Region zu verhindern.

Ziel muss sein, Erkrankungen von Senioren und das Eindringen von Infektionen in Pflegeheime mit der Folge schwerster Erkrankungen und weiterer Todesfälle zu verhindern. Wir müssen zwingend eine Überlastung der Krankenhäuser in unserer Region vermeiden.

Das gelingt aber nur, wenn sich ALLE Bürgerinnen und Bürger streng an die Hygieneregeln halten! Grundsätzlich lassen sich auch jetzt noch Infektionsübertragungen im privaten Umfeld durch einfache Mittel verhindern: Ich appelliere daher eindringlich an alle Bürgerinnen und Bürger, sich sowohl zu Hause, als auch im Urlaub verantwortungsvoll an die AHA+L-Regeln zu halten – das sind das Abstandsgebot von mindestens 1,50 Metern, die Hygienemaßnahmen mit Husten- und Niesregeln sowie regelmäßigem Händewaschen und die Verwendung von Alltagsmasken. Zum Schutz unserer Gesundheit.

Auch der gemeinsame Aufenthalt in geschlossenen Räumen über 30 Minuten kann im Einzelfall bei Aerosolbildung zu Übertragungen führen. Hier ist auf regelmäßiges und ausreichendes Lüften zu achten.”

Der Blick auf die Fallzahlen der Gemeinden: Fast in allen Kommunen auch im Altlandkreis hat sich die Zahl der Fälle erhöht …

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