Ein Rotahorn zum 25-Jährigen

Grünen-Ortsverband Feldkirchen-Westerham feiert Jubiläum mit Aktion im Namen der Natur - Eine Bilanz

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Vor genau 25 Jahren hatte Christof Langer den damaligen Waginger Bürgermeister Sepp Daxenberger, Landtagsabgeordneter und Parteivorstand der Bayerischen Grünen, in den Mareissaal nach Feldkirchen eingeladen und geschaut, wer kommt. Unter den
Interessierten hatte sich eine erste Gruppe gefunden. Der Ortsverband der Grünen Feldkirchen-Westerham wurde gegründet, eine Liste für die Kommunalwahl 1996 aufgestellt und ein erster Sitz im Gemeinderat mit Peter Bartlechner erobert. Christof Langer blickt zurück und voraus – eine Bilanz …

Das gemeinsame Pflanzen eines Rotahorn-Baumes in Feldkirchen anlässlich des 25 jährigen Jubiläums des Grünen-Ortsverbandes:

Von links die Mitglieder Franziska Geller, Carolin Günzl, Michael Günzl, Christof Langer und Sissy Spielmann.

Eigentlich sollte es zum Jubiläum ein Fest geben, doch stattdessen wurde nun dieser Baum gepflanzt – ein Rotahorn, der sich dem Klimawandel anpasst, der in der Blütezeit viele Insekten anzieht und nicht nur im Herbst mit seinen rotleuchtenden Blättern erfreut.

Der Blick zurück:

Nach zwei Jahren übergab Bartlechner sein Mandat an mich. Ich habe es von 1998 bis zum März 2020 behalten. Bei den Wahlen 2002 gewann Ursel Borkenhagen einen
weiteren Sitz und später auch das Amt der zweiten Bürgermeisterin.

Adi Tutsch kam als dritter Mandatsträger 2008 hinzu. Den beiden folgten Barbara Birner und Sissy Spielmann 2014. Seit 2020 sitzen nun 5 Mandatsträger im Gemeinderat mit Sissy Spielmann, Carolin Günzl, Thomas Henties, Heinrich Gall und Michael Günzl. Ich bin bewusst nicht mehr angetreten, wollte mein Mandat engagierten Nachwuchskräften
übergeben.
Seit 25 Jahren kämpfe ich mit den Grünen erfolglos für ein Naturbad in der
Gemeinde. Vergleichbare Naturbäder wurden besichtigt, man ließ eine
Machbarkeitsstudie erstellen, Gelder für die Planung wurden im Haushalt
vorgesehen, eine Arbeitsgruppe gegründet. Das Wasserwirtschaftsamt stellte ein
Grundstück zur Verfügung und bot an, den Aushub im Rahmen des Baus für den
Hochwasserpolder kostenlos zu übernehmen. Zusätzlich wäre eine Finanzierung
über die Dorfentwicklung Westerham möglich gewesen. Der Gemeinderat lehnte
trotzdem den Bau bis heute immer mehrheitlich ab.

Seit 25 Jahren kämpfen die Grünen erfolglos um eine Übernahme des kommunalen
Stromnetzes. Die Stadtwerke Schwäbisch Hall waren da und boten sich an, das
Management für und mit der Gemeinde zu übernehmen. Im letzten Jahr waren die
Stadtwerke Rosenheim bereit, mit der Gemeinde ein regionales Energienetz zu
betreiben in Zusammenarbeit mit regenerativen Stromerzeugern aus der Region. Der
Gemeinderat lehnte mehrheitlich ab. Das Netz ist bis heute in der Hand eines
Weltkonzerns geblieben. Die Wertschöpfung fließt ab, die Chance für einen
ökologischen und regionalen Umbau der Energieversorgung ist vertan.
Zumindest ist in Feldkirchen ein Nahwärmenetz entstanden. Ursel Borkenhagen hat
als zweite Bürgermeisterin mit großem Engagement dafür gekämpft, unzählige
Gespräche und Verhandlungen geführt und letztlich das Projekt auf einen guten Weg
gebracht. In letzter Zeit ist das Nahwärmenetz von der Salzstraße über die
Staatsstraße zum Pflegeheim hinübergewachsen und wächst hoffentlich noch weiter.
Mit beständigem Druck und Anträgen der Grünen konnten auch einige Solaranlagen
auf Rathaus, Schule und Bauhof durchgesetzt werden, ein Energie-
Gebäudemanagement an gemeindlichen Bauten, LED-Straßenlaternen, eine KWKAnlage
am Klärwerk und eine Förderung der Regenwassernutzung.

Seit 25 Jahren setzen sich die Grünen in Feldkirchen für Tempo 30 ein. Jede
Bürgerinitiative wurde diesbezüglich unterstützt, jedes Verkehrsgutachten daraufhin
abgefragt. Einige Straßenzüge sind erfolgreich zur Freude der Anlieger Tempo-30-
Straßen geworden, der große Wurf für alle Wohngebiete ist leider bisher an den
Mehrheiten gescheitert.
Bis jetzt konnten wir die Umgehungsstraßen in Westerham und Feldkirchen
verhindern und damit wertvolles Grünland retten.
Seit 25 Jahren stemmen sich die Grünen gegen Neubaugebiete auf der grünen
Wiese. Zuletzt protestierten wir vergeblich gegen die Ausweisung der Flächen für
neue Supermärkte in Westerham.
Gemeindlichen Wohnungsbau haben wir Grünen immer unterstützt ob in Feldkirchen
am ehemaligen Krankenhaus oder in der Vagener Au. Die Gemeinde soll auch
weiterhin bauen und preisgünstigen Wohnraum für sozial Schwächere anbieten. Wir
wehren uns gegen den Verkauf von gemeindlichen Flächen und Wohnungen an
Kapitalanleger wie es derzeitig geplant ist.

Wir Grüne haben auch immer alle Maßnahmen unterstützt, die das Zusammenleben
in den Dörfern der Gemeinde fördern, Investitionen in Schulen, Vereinsräume,
Bürgerhäuser, Sportstätten, in Kulturräume der VHS und der Bücherei, in Spielplätze
und Wanderwege. Ursel Borkenhagen hat mit dem Aufbau des Sozialen Netzwerkes
der Gemeinde bundesweit ein Vorzeigeprojekt realisiert, das Hilfesuchende und
Helfer vor Ort zusammenbringt.
Beharrlich kämpfen wir um jeden Baum im Wohngebiet, jeden Grünzug, jede
Blühwiese im Ortsbereich. Die Menschen sollen sich am Ort wohlfühlen und nicht in
die Berge flüchten müssen.
Erweiterungsbauten der heimischen Industrie haben wir stets mitgetragen, um
Arbeitsplätze zu sichern, für menschenleere Lagerhallen und Autostellplätze auf der
grünen Wiese hatten wir kein Verständnis.
Beim Kauf der Bahnhöfe in Westerham und Feldolling mischten wir engagiert mit.
Leider ist der Westerhamer Bahnhof noch kein Schmuckstück und Service-Zentrum
geworden, wie wir uns das wünschen.
Unsere Ziele erreichten wir nie alleine. Wir mussten immer Mehrheiten suchen,
kooperieren, Kompromisse eingehen. Dazu war uns ein würdevoller, konstruktiver
Umgang mit allen wichtig. Verletzende Äußerungen lehnen wir ab.

Wir kämpfen weiter für eine soziale und ökologische Gemeinde und hoffen, dass wir
zukünftig mit mehr Mandaten auch mehr erreichen können!

Christof Langer

 

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