„Weihnachten im engsten Familienkreis”

Leiter des Gesundheitsamtes Rosenheim appelliert an die Bürger - Die Lage im Landkreis

Das Staatliche Gesundheitsamt Rosenheim weist darauf hin, dass sich das Infektionsgeschehen in Stadt und Landkreis auf hohem Niveau um den Wert der 7-Tage-Inzidenz von 200 Fällen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen eingependelt hat. In der Stadt lag der Wert gestern bei 210,9 und im Landkreis bei 213,9. Aktuell werden dem Gesundheitsamt Rosenheim täglich zwischen 150 und 170 neue Fälle gemeldet. Die Zahl der seit dem letzten Wochenbericht gemeldeten Fälle liegt bei 693 und ist somit um 91 höher als in der Vorwoche.

Somit konnten die Beschränkungsmaßnahmen der Staatsregierung mit dem Teil-Lockdown in der Region Rosenheim das Infektionsgeschehen nicht wie erhofft auf ein niedriges Niveau abbremsen. Seit Mittwoch ist die 10. Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung in Kraft getreten, in der die Maßnahmen weiter verschärft wurden. Für Regionen mit einer 7-Tage-Inzidenz über 200 gelten nunmehr strengere Regelungen.

Infektionsübertragungen ereignen sich überwiegend im privaten Umfeld. Fälle und Folgefälle ereignen sich auch in Schulen. Eine besondere Bedeutung haben auch Ausbrüche in Einrichtungen wie Kliniken, Pflege- und Behindertenheimen sowie Asylbewerberunterkünften. Es kommt aber auch vereinzelt zu Superspreading-Ereignissen zum Beispiel durch private Feiern.

Zunehmend fällt es schwerer, die Quelle einer Ansteckung zu ermitteln und die Infektionsketten nachzuverfolgen. Trotz der hohen täglich gemeldeten Fallzahlen kann das Gesundheitsamt Rosenheim durch enorme Kraftanstrengung die Fälle weiterhin tagesaktuell telefonisch und schriftlich über ihre Infektion informieren und die erforderlichen Infektionsschutzmaßnahmen anordnen.

Auch die engen Kontaktpersonen können zeitnah kontaktiert und ebenfalls eine häusliche Quarantäne angeordnet werden. Dies ist insbesondere dem großen Einsatz der Unterstützungskräfte der Bundeswehr zu verdanken. Das Personal des Gesundheitsamtes wurde in der Vergangenheit deutlich aufgestockt und wird auch durch Soldaten der Bundeswehr und Polizeibeamte unterstützt, um die Infektionsschutzmaßnahmen leisten zu können.

Keine Entspannung in Sicht

„Trotz der ergriffenen Infektionsschutzmaßnahmen hat sich das Infektionsgeschehen in der Region bislang auf einem hohen Niveau über einer 7-Tage-Inzidenz von 200 eingependelt und konnte somit nicht wie erhofft deutlich abgebremst werden. Aktuell werden täglich über 150 Personen in Stadt und Landkreis positiv gemeldet. Das sind viel zu viele Fälle, um das Infektionsgeschehen wirkungsvoll eindämmen zu können. Seit Mitte Oktober haben wir auch wieder täglich zwischen null und vier Todesfälle an und mit einer COVID-Infektion zu beklagen. Nach wie vor sehe ich die Situation in der Region Rosenheim sehr kritisch. Insbesondere die Zahl der Ausbrüche in den medizinischen Einrichtungen wie Kliniken und Heimen bereitet uns Sorgen“, mahnt Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes Rosenheim.

Dr. Hierl weiter: „Es gibt erste Anzeichen dafür, dass durch das Ausbruchsgeschehen zunehmend betagte Personen sowie Patienten oder Bewohner mit Grunderkrankungen und geschwächtem Immunsystem erkranken mit der Folge schwerer Krankheitsverläufe und von Todesfällen. Sorgen bereiten uns auch die gestiegenen Behandlungszahlen von COVID-19-Patienten in den Kliniken der Region. Das Gesundheitsamt stemmt sich mit allen Unterstützungskräften weiterhin mit aller Macht gegen diese zweite Welle und versucht, mit deutlich aufgestocktem Personals ein Wiederaufflammen der unkontrollierten Ausbreitung in der Region zu verhindern. Wir hoffen, dass die von der Bayerischen Staatsregierung beschlossenen weiteren Beschränkungsmaßnahmen eine deutlichere Wirkung entfalten werden. Wir müssen zwingend eine Überlastung der Krankenhäuser in unserer Region vermeiden. Das gelingt aber nur, wenn sich alle Bürgerinnen und Bürger streng an die Hygieneregeln halten.”

 

Der Leiter des Gesundheitsamtes: „Grundsätzlich lassen sich auch jetzt noch Infektionsübertragungen im privaten Umfeld durch einfache Mittel verhindern: Ich appelliere daher eindringlich an alle Bürgerinnen und Bürger, sich auch bei den kommenden Fest- und Feiertagen verantwortungsvoll an die AHA+L-Regeln* zu halten zum Schutz unserer Gesundheit. Weihnachten und Silvester müssen dieses Jahr Feste im engsten Familienkreis bleiben, besinnliche Feste im wahrsten Sinne des Wortes.“

*AHA+L-Regeln sind: Abstandsgebot von mindestens 1,50 Metern, Hygienemaßnahmen mit Husten- und Niesregeln sowie regelmäßiges Händewaschen und die Verwendung von Alltagsmasken, regelmäßiges und ausreichendes Lüften.

 

Fallzahlenentwicklung

Seit dem letzten Wochenbericht wurden dem Gesundheitsamt 693 neue Fälle (Vorwoche 602) für Stadt und Landkreis Rosenheim gemeldet. Bisher sind insgesamt 9.150 Fälle von COVID-19 in Stadt und Landkreis Rosenheim aufgetreten (Landkreis: 7.183, Stadt: 1.967). Mittlerweile wurde bei mindestens 6.572 Personen (Vorwoche 5.996) eine Genesung dokumentiert. 283 Personen (Vorwoche 269) sind bis zu diesem Zeitpunkt an und mit der Erkrankung gestorben (Landkreis: 257, Stadt: 26). Von den Verstorbenen waren 9 (Vorwoche 9) Personen unter 60 Jahren. 189 (Vorwoche 177) Verstorbene waren über 80 Jahre alt. Dem Gesundheitsamt wurden 10 Personen gemeldet, die seit dem letzten Wochenbericht verstorben sind. Hiervon waren neun Personen über und eine Person unter 80 Jahren. Acht dieser Verstorbenen waren in einem Heim betreut worden.

 

101 (Vorwoche 75) COVID-19-Patienten werden aktuell in Stadt und Landkreis Rosenheim stationär behandelt. Hiervon befinden sich 10 Patienten (Vorwoche 11) auf einer Intensivstation.

Die 7-Tages-Inzidenz (Fälle pro 100.000 Einwohner während der letzten 7 Tage) liegt mit Stand heute, 0 Uhr,  für die Stadt Rosenheim bei 210,85, für den Landkreis Rosenheim bei 213,91.

 

Die Zahlen in den Gemeinden:

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