Krawuzzi bambuzzi …

Das Lachen der Kinder, es fehlt so: Interview mit dem Chiemsee-Kasperl im Corona-Lockdown

Bereits lange 77 Tage lang durfte der Chiemsee-Kasperl wegen der Corona-Pandemie im Frühjahr/Sommer nicht auftreten. Seit November ist er schon wieder im Lockdown. Selbst wenn es im Januar wieder weitergehen sollte, ist das insgesamt ein knappes halbes Jahr ohne Vorstellungen. Wir haben mit dem Bayerischen Kasperl gesprochen, wie er fast sechs Monate Auftrittsverbot erlebt …

Kasperl, wie geht’s dir denn im Lockdown?

Tja, Krawuzzi bambuzzi, das ist schon eine schwere Zeit. Normalerweise sind wir ja ab Frühjahr fast jeden Tag unterwegs und treten irgendwo auf. Das war plötzlich alles ganz anders. Wir haben unser Quarantäne-Quartier bezogen (der Probenraum von Oberkasperl Stephan Mikat – Anmerkung der Redaktion) und durften nur ab und zu ein Video drehen oder neue Stücke proben. Dabei mögen wir das Proben gar nicht so gerne, weil uns da einfach das Lachen der Kinder fehlt.

Du hast lautstark protestiert und den Politikern einen bösen Brief geschrieben?

Ich habe einen offenen Protestbrief an die Abgeordneten geschickt – sogar angedroht, eine Demo anzumelden. Da sind die Politiker ganz schön erschrocken. Im Nachhinein wäre es aber wohl besser gewesen, ein Kasperltheater zu erlauben, als die Aufmärsche der Querdenker mit Aluhüten.

Kasperl, Du bist schon ein Schelm … Wird euch in der Corona-Zwangspause nicht langweilig?

Ja, das ist schon schwer, aber wir beschäftigten uns.

Benediktus Krapfenklau, unser Räuber im Ensemble, hat zuerst damit begonnen, unsere Socken zu klauen und zu verstecken und als das auch nix mehr Neues war, hat er einen Schneeschaufel-Kurs angefangen. Die Hexe hat dazu extra Kunstschnee gezaubert. Leider war der unsichtbar und schwerelos.

Der Wachtmeister hat zu nähen begonnen und der Zauberer hat einen Back-Kurs gemacht. Zusammen haben wir dann Plätzchen gebacken.

Außerdem habe ich begonnen, meine neue Kasperlgeschichte zu entwickeln.

Dann dürfen wir uns nach dem Lockdown wieder auf eine echte Kasperl-Premiere freuen?

Ja eigentlich hatte Christina Pfaffinger, die Geschäftsführerin des Chiemgau-Alpenland-Tourismus die Idee, dass wir zur Landesausstellung auf Schloss Herrenchiemsee doch ein Kasperltheaterstück beitragen sollten. Die Landesausstellung wurde zwar Corona bedingt nach Regensburg verlegt, aber die Idee einer Geschichte, die in Schloss Herrenchiemsee spielt, werden wir 2021 auf die Bühne bringen. Nur mehr darf ich noch nicht verraten.

Redaktion: Was fehlt dir denn jetzt in der Vorweihnachtszeit am meisten?

Die Kinder fehlen mir natürlich am meisten. Letztes Jahr haben auf Weihnachtsmärkten Open Air gespielt, durften wir in Einkaufszentren auftreten und am schönsten war das „Warten aufs Christkind“ in Prien.

Dieses Jahr haben uns die Landratsämter Rosenheim und Traunstein zwar im Frühsommer eine Ausnahmegenehmigung für Auftritte im Freien gestattet. Zur Weihnachtszeit wurden uns diese Kasperl-Open-Airs dann aber wieder verboten.

Aber wir haben im Sommer trotz strenger Hygienekonzepte so positive Reaktionen bekommen und gerade die Freiluft-Veranstaltungen waren kasperlmäßig-stark gefragt. Deshalb haben wir uns überlegt, dass wir 2021 zwar weiter in unserem Kasperl-Stammhaus in Bernau am Chiemsee auftreten werden, aber genauso ein neues Freiluft-Konzept entwickeln wollen und unsere Bayerische Kasperltour 2021 viel im Freien stattfinden wird. Dazu bekommen wir sogar eine neue mobile Kasperlbühne. Da freue ich mich schon drauf!

Wie kann man denn Karten für ein Kasperltheater verschenken an Weihnachten?

Na, ganz einfach – über unsere Homepage www.chiemsee-kasperl.de. Da gibt’s Gutscheine für unsere Vorstellungen, aber auch Kasperltassen zu bestellen.

 

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