„Werde Professorin“

Frauenmangel an Hochschulen - Bayernweite Kampagne will ab sofort auf das Berufsbild aufmerksam machen

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Frauenmangel ist nicht nur in der Wirtschaft ein schwieriges Thema, auch an Hochschulen sind Männer deutlich in der Überzahl. Eine bayernweite Kampagne mit dem Titel „Werde Professorin“ will im kommenden Jahr auf das Berufsbild aufmerksam machen. Die virtuelle Auftaktveranstaltung mit der Frauenbeauftragten der TH Rosenheim, Prof. Dr. Brigitte Kölzer, findet am Donnerstag, 7. Januar 2021, ab 17 Uhr statt.

Urheber der Kampagne ist Landeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten an bayerischen Hochschulen (LaKoF). „Im Schnitt ist nur jede fünfte Professur mit einer Frau besetzt, obwohl jedes Jahr mehr als die Hälfte der Hochschulabgänger weiblich sind“, so Kölzer, die die Kampagne federführend geplant und koordiniert hat.

Aus eigener Erfahrung weiß sie, dass sich Frauen bei Bewerbungen für eine Professur eher zurückhalten. „Selbst bei Stellen, für die es genügend qualifizierte Frauen gäbe, haben wir einen deutlich höheren Anteil männlicher Bewerber. Die sind einfach selbstbewusster oder sehen es auch lockerer, wenn das Anforderungsprofil nicht zu 100 Prozent passt.“

Viele Frauen wüssten nicht, dass ihnen der Weg an eine Hochschule offen stehen würde und welche Vorteile sie hätten, sagt Kölzer. „Gerade die eigenständige Ausrichtung der Inhalte, der hohe Praxisbezug und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie durch flexible Arbeitszeiten sprechen für diesen Beruf. Man hat zwar einen festen Stundenplan, aber abgesehen davon freie Zeiteinteilung für die Vor- und Nachbereitung oder sonstige Arbeiten. Als Managerin in einem Unternehmen hat man diese Vorteile nicht.“

Die Veranstaltung beginnt mit Grußworten von Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) und von Prof. Dr. Christiane Fritze, Präsidentin der Hochschule Coburg und stellvertretende Vorsitzende des Verbands „Hochschule Bayern“.

Danach folgt ein Vortrag zum Thema Frauen in der Wissenschaft von Prof. Dr. Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung und Professorin für Bildungssoziologie und Arbeitsmarktforschung an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Nach der Präsentation der Kampagne berichten Professorinnen von ihren beruflichen Erfahrungen. Im Anschluss haben die Teilnehmer*innen die Möglichkeit, sich in verschiedenen Breakout-Sessions miteinander auszutauschen und Fragen zu stellen.

Weitere Informationen und Anmeldung zur virtuellen Kick-Off-Veranstaltung unter dem Link https://app.eu.veertly.com/v/kick-off-veranstaltung

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