Das Wild ruht im Winter

Jägervereinigung Rosenheim sieht „außergewöhnliche Störung" kritisch

Derzeit machen sich viele Menschen aufgrund der bestehenden Einschränkungen auf in die Natur und in die Berge. Die Jägervereinigung Rosenheim sieht diese Entwicklung kritisch: „Oftmals wird dabei vergessen, dass gerade im Winter das heimische Wild Ruhe braucht, um die kalte Jahreszeit gesund zu überstehen. Durch die derzeitige Situation mit außergewöhnlich vielen erholungsuchenden Menschen in den Wäldern und am Berg ist eine massive Störung vorprogrammiert und das Wild wird darunter stark leiden.”

Wiederkäuendes Schalenwild, wie Rotwild, Rehwild und Gams, die in den Voralpen vorkommen, reduzieren Ihren Stoffwechsel, um gerade bei höheren Schneelagen das Defizit an Nahrung auszugleichen. Jegliche Störung ist ungünstig für den Erhaltungszustand des Wildes und nimmt dem Wild die notwendige Energie, um gesund durch den Winter zu kommen. Weiterhin wird das  Wild durch Störungen im Wald in kleinere Lebensräume getrieben, die dann durch übermäßigen Verbiss Schaden nehmen. Die ohnehin selten gewordenen Rauhfußhühner in den Alpen reagieren auf Störungen sehr sensibel und verlassen Ihre Lebensräume und kehren im schlimmsten Fall nie wieder zurück.

 

Auf dem „rechten Weg“ bleiben

Der Vorsitzende der Jägervereinigung Rosenheim, Franz Sommer, will die Erholungssuchenden für die Problematik sensibilisieren und sagt: „Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass insbesondere an Winterfütterungen, Wildruhezonen im oberen Bergbereich, Wanderer und Tourengeher diese Bereiche dringend meiden sollen. Generell sollten alle Erholungssuchenden im Hinblick auf den Tier- und Naturschutz, ausgewiesene Wanderwege nicht verlassen und ihre Hunde dabei an der Leine führen. Wanderungen und Touren sollten am Tage und nicht bis in die Dämmerung oder gar in der Nacht stattfinden.“

 

Vor Kurzem wurde ein Wanderer auf frischer Tat ertappt, als er unberechtigter Weise in ein Wildtiergehege am Samerberg eindrang. „Diese Fälle kommen sicher zur Anzeige, da es sich um kein Kavaliersdelikt mehr handelt“, so Franz Sommer von der Jägervereinigung.

 

In der Jägervereinigung Rosenheim sind aktuell über 700 Mitglieder aktiv mit der Jagd verbunden. Sie kümmern sich größtenteils um den Naturschutz, die Jagd, das Jagdhundewesen und um die Jagdkultur. In über einhundert privaten Revieren, Gemeindejagdrevieren und Staatsjagdrevieren, gehen sie ihrer Passion nach. Das dabei gewonnene Wildbret wird von den Jägern direkt in der Region vermarktet und unterliegt lebensmittelrechtlichen Auflagen.

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