Weniger Stellen, mehr Kurzarbeit

Wie schlägt sich die Lockdown-Situation auf den Arbeitsmarkt nieder? Januar-Bilanz für den Landkreis

Im Landkreis Rosenheim liegen dem Arbeotsamt aktuell 3.726 Anzeigen von Unternehmen für die Kurzarbeit von insgesamt 35.269 Mitarbeiter*innen vor! Die Arbeitslosenquote lag im Januar nun bei gestiegenen 3,3 Prozent (Vormonat: 2,9; Januar 2020: 2,6 Prozent).Neben den Wintermonaten, die sich immer auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar machen, seien auch die seit November bestehenden erneuten wirtschaftlichen Lockdown-Einschränkungen der Corona-Krise lesbar. Viele Menschen beschäftigt die Frage, wie genau sich hier die Krise bemerkbar mache …

Schankweiler sagt, dass sich die Lockdown-Situation vor allem auf dem Stellenmarkt sowie bei der Entwicklung der angezeigten konjunkturellen Kurzarbeit zeige. So sei die Zahl der neu gemeldeten Stellen in diesem Monat um 200 auf 530 zurückgegangen und weitere Unternehmen hätten konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt.

Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt für den Landkreis beträgt 4.794. Hier sind 3.467 Männer und Frauen bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, 501 mehr als im Vormonat.

Beim Jobcenter Landkreis Rosenheim sind 1.327 arbeitslose SGB II-Kunden*innen registriert, 84 mehr als im Dezember. Insgesamt betreut das Jobcenter 3.286 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 2.612 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.
„Die Wintermonate machen sich – wie in jedem Jahr – auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Die Arbeitslosenzahl ist im Januar (Betrachtungszeitraum: 11. Dezember 2020 bis 13. Januar 2021 (Stichtag)) um 1.550 auf 11.250 Personen angestiegen. Der Wert liegt damit um 2.550 Personen über dem Vorjahresniveau“, sagt Michael Schankweiler, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rosenheim. „Die Arbeitslosenzahl befindet sich damit nach wie vor auf einem hohen Niveau. Erfreulich ist jedoch, dass sich der krisenbedingte Anstieg der Arbeitslosigkeit von Monat zu Monat verringert. Während er im Juni noch bei 63,9 Prozent lag, betrug er in diesem Monat 29,4 Prozent.“

Die Arbeitslosenquote im ganzen Agenturbezirk stieg im Januar um 0,5 Prozentpunkte auf 3,7 Prozent. Die Zunahme war damit genauso hoch wie vor einem Jahr.

Der Agenturleiter erklärt zur Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt: „Viele Arbeitnehmer*innen aus witterungsabhängigen Berufen haben schon vor Weihnachten eine Kündigung erhalten und sich nun bei uns arbeitslos gemeldet. In der Berufshauptgruppe Hoch- und Tiefbauberufe (wie Maurerhandwerk; Gerüstbau; Straßen- und Asphaltbau) ist die Arbeitslosenzahl im vergangenen Monat um 180 auf 274 gestiegen und in den (Innen-) Ausbauberufen (wie Bodenverleger*in; Maler/Lackierer*in; Zimmerer*in) war in dem Zeitraum ein Plus von 191 Personen auf 338 zu verzeichnen“, sagt Schankweiler.

Da in den genannten Berufsfeldern mehr Männer als Frauen arbeiten, ist die Arbeitslosigkeit bei diesen um 0,7 Prozentpunkte geklettert (Arbeitslosenquote: 4,1 Prozent), während das Plus bei den Frauen „nur“ bei 0,3 Prozentpunkten (Arbeitslosenquote: 3,2 Prozent) lag.

Schankweiler betont weiter, dass es neben dem winterbedingten Anstieg der Arbeitslosigkeit weitere wichtige Faktoren gebe, die die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt beeinflussten. Durch die aktuelle Krise werde der technologische Wandel in einem erheblichen Maße verstärkt.

„Arbeitnehmer*innen und Arbeitgeber*innen können diese Entwicklung gleichermaßen als gute Chance ergreifen, um sich für die Zukunft gut und richtig aufzustellen.  Die Fachkräftesicherung – insbesondere auch unter dem Aspekt des strukturellen und technologischen Wandels – ist wichtig und die Bundesagentur für Arbeit unterstützt, beispielsweise im Rahmen des Qualifizierungschancengesetzes, zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten bis hin zum Berufsabschluss. Dies ist übrigens auch möglich, wenn Kurzarbeit angemeldet ist. Die Kollegen*innen beraten gerne dazu und auch unter www.arbeitsagentur.de/karriere-und-weiterbildung stehen Informationen“, sagt er.

Bis zum Stichtag am 25. Januar lagen für den gesamten Agenturbezirk Rosenheim Anzeigen von insgesamt 8.640 Unternehmen für 81.420 Mitarbeiter*innen vor.

Ein Blick auf das Berufsberatungsjahr 2020/2021

Dem Rosenheimer Agenturleiter liegt die Ausbildung junger Frauen und Männer besonders am Herzen. Er blickt auf das Berufsberatungsjahr, das am 1. Oktober begonnen hat und am 30. September 2021 endet und freut sich, dass die Betriebe im Agenturbezirk an ihrer Ausbildungsbereitschaft festhalten.

„Bis zum Stichtag am 13. Januar haben die Unternehmen in unserem Agenturbezirk dem Arbeitgeberservice knapp 2.800 zu besetzende Ausbildungsstellen gemeldet. Das waren gut 120 mehr als zu dem Zeitpunkt vor einem Jahr. Dem gegenüber haben sich bis zu dem Zeitpunkt mit gut 1.460 rund 430 weniger junge Menschen bei uns gemeldet, die eine Ausbildung suchen“, sagt der Rosenheimer Agenturleiter und appelliert an Eltern und Jugendliche gleichermaßen möglichst schnell Kontakt zur Berufsberatung aufzunehmen.

„Unsere Berufsberater*innen haben extra eine Hotline eingerichtet und sind montags bis donnerstags von 8-12 Uhr und von 13-16 Uhr sowie freitags von 8-12 Uhr unter der Rufnummer 08031/202-222 zu erreichen. Zudem kann per Mail an Rosenheim.Berufsberatung@arbeitsagentur.de der Termin für eine Videoberatung vereinbart werden und das ist doch dann fast wie ein persönliches Gespräch“, sagt Schankweiler.

„Die Kollegen*innen halten attraktive Ausbildungsplatzangebote, beispielsweise im Verkauf, für Industriemechaniker*innen und Kfz.mechatroniker*innen oder Industriekaufleute und Kaufleute Büromanagement bereit. Aber auch in eher „exotischeren“ Berufsfeldern wie Feinoptiker*in, Lacklaborant*in oder Kaufmann*frau für E Commerce sind offene Ausbildungsstellen gemeldet. Zudem geben die Berufsberater*innen wertvolle Tipps zur Stellensuche und zu Bewerbungen. Melden Sie sich am besten gleich und sichern Sie sich einen Ausbildungsplatz.“

Der Arbeitsmarkt in den weiteren Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

  • Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 5,6 Prozent (Vormonat: 5,0; Januar 2020: 4,4 Prozent). Derzeit sind 2.018 Bürger*innen ohne Arbeit. Bei den SGB III-Kunden*innen, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, stieg die Arbeitslosenzahl um 158 auf 1.175. Für 843 arbeitslose SGB II-Kunden*innen, 40 mehr als im Dezember, ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig. Insgesamt betreut das Jobcenter 2.123 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1.682 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Bis zum 25. Januar: 1.231 Anzeigen für Kurzarbeit für 12.559 Mitarbeiter*innen.

  • Im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen beträgt die Arbeitslosenquote 3,4 Prozent (Vormonat: 2,9; Januar 2020: 2,6 Prozent). Das entspricht 2.438 beschäftigungslosen Bürgern*innen. Davon sind 1.845 Männer und Frauen, 355 mehr als vor einem Monat, in den Arbeitsagenturen Bad Tölz und Wolfratshausen gemeldet. 593 Betroffene, 44 mehr als im Dezember, sind beim Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen arbeitslos gemeldet. Insgesamt betreut das Jobcenter 1.942 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1.552 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Bis zum 25. Januar: 1.767 Anzeigen für Kurzarbeit für 15.190 Mitarbeiter*innen.

  • Im Landkreis Miesbach sind derzeit 998 Bürger*innen arbeitslos gemeldet, was einer Quote von 3,6 Prozent (Vormonat: 2,9; Januar 2020: 2,7 Prozent) entspricht. Davon sind 1.574 arbeitslose Männer und Frauen bei der Arbeitsagentur in Holzkirchen gemeldet, 339 mehr als im Vormonat. Für die Betreuung der Arbeitslosengeld II – Empfänger*innen nach dem SGB II ist der Landkreis Miesbach als “zugelassener kommunaler Träger” (optierende Kommune) zuständig. Beim Jobcenter sind 424 Arbeitslose gemeldet, 27 mehr als im Dezember. Insgesamt betreut das Jobcenter 1.092 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 872 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Bis zum 25. Januar: 1.913 Anzeigen für Kurzarbeit für 18.400 Mitarbeiter*innen.

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