Hochspannung in Bad Aibling

Die Bundesliga hat Virus-Pause. Die Bürgermeisterwahl in Bad Aibling nicht. Doch da ist es wohl spannender als in den Stadien. Um 19 Uhr sind die ersten Wahlkreise ausgezählt und die Stichwahl entwickelt sich tatsächlich zu dem erwarteten Wahl-Krimi. Stephan Schlier (CSU) liegt derzeit mit hauchdünner Mehrheit vorne. Martina Thalmayr (Grüne) folgt ihm. Wir beobachten und bgerichten weiter …




Wahlkampf Showdown in Bad Aibling

Im letzten Livestream vor der Stichwahl ging die Bürgermeisterkandidatin der Grünen, Martina Thalmayr, noch einmal auf einen bunten Strauß von Bürgerfragen ein – von ihrer Reaktion auf die letzten Anwürfe der CSU bis zu den ersten Dingen, die sie als Bürgermeisterin anpacken würde, war (fast) alles dabei.

In Zeiten der Ausgangssperre nutzte Bürgermeisterkandidatin Martina Thalmayr, die digitalen Medien und beantwortete Bürgerfragen der Aiblinger*Innen live.
Wesentliche Fragen kamen zum weiteren Vorgehen in der Corona Krise, Kinderbetreuung, Schulbau, bezahlbarem Wohnraum und zur Verbesserung der aktuellen Verkehrssituation.

Zusammenfassend lag Martina Thalmayr in ihrem Showdown folgendes am Herzen: „Unser Wahlkampf war von Anfang an geprägt von Inhalten.“ Es sei ihr und dem ganzen Team immer wichtig gewesen, die Themen offen und transparent zu kommunizieren.

Offen, ehrlich und mit Herz – so war die Kampagne übertitelt. „Und wir sind zu keinem Zeitpunkt davon abgewichen.“ Dass es in den beiden Wochen des Stichwahlkampfes recht ‚unschön‘ geworden ist, bedauert Thalmayr sehr. Das hätte es nicht gebraucht. Im Wahlkampf solle es um Themen gehen, persönliche Angriffe und Diffamierungen seien unnötig.

Thalmayr spricht auch darüber, was sie als Bürgermeisterin als erstes angehen wolle, im Fall, dass sie gewählt würde. „Ich werde mit den Mitarbeitern und allen Stadträten sprechen, um einen bestmöglichen Informationsfluss für eine gute Zusammenarbeit sicherzustellen. Außerdem wolle sie mit den Ortsgemeinschaften von Berbling, Ellmosen, Harthausen, Mietraching und Willing ins Gespräch kommen, um noch mehr darüber zu erfahren, welche Themen vor Ort brennen.” Die Ortsteile wollte Thalmayr in den letzten beiden Wochen vor der Stichwahl besuchen. Ein Plan, den Ihr die Corona Krise durchkreuzt hat.

Selbstverständlich sei die Priorität Nr. 1 als Bürgermeisterin, heute aktiv an der Bewältigung der Krise zu arbeiten und hier mit allen Betroffenen einen engen Schulterschluss zu erreichen.

Zum Schluss bedankt sich Thalmayr bei ihrem ‚Hammer Team‘ und über das viele positive Feedback, dass sie im Laufe der Wochen erhalten habe. Sie verabschiedete sich mit folgenden Worten: „Ich bin als Martina Thalmayr, erste grüne Bürgermeisterkandidatin in diesen Wahlkampf gestartet und ich verabschiede mich nun aus dem aktiven Wahlkampf, aber ich bleibe die Martina mit dem grünen Herzen.“




Besondere Nachbarschafts-Hilfe …

Eine vor sieben Jahren stillgelegte Brennerei wurde jetzt in Oberding im Nachbar-Landkreis Erding reaktiviert – und hilft auch dem Krankenhaus in Rosenheim! Die örtliche Brennereigenossenschaft stellt dort jetzt Alkohol für die Produktion von Desinfektionsmitteln her. Als Rohstoff liefern die Landwirte Kartoffeln. Auch Getreide könnte verwendet werden. Der Bedarf im Landkreis Erding kann laut Landratsamt komplett über die Brennerei abgedeckt werden. Weitere 2000 Liter wurden dem Klinikum Rosenheim zur Verfügung gestellt.

Und nach dem Klinikum Rosenheim wurde gestern auch das Kreisklinikum Ebersberg mit 2000 Litern Ethanol versorgt, um selbst Desinfektionsmittel herstellen zu können. Außerdem gebe es mittlerweile Anfragen aus Mühldorf und Miesbach – der aktuell am meisten betroffene Corona-Landkreis in Oberbayern – teilt das Landratsamt Erding mit.  .

Im Landkreis Erding selbst gibt es aktuell 254 bestätigte Covid-19-Patienten. 44 davon sind seit gestern dazu gekommen. Im Klinikum Erding werden 28 Patienten behandelt, fünf müssen beatmet werden.

 

 




Mitnehmen und genießen

Gastrobetriebe habens heuer schwer. Die hungrige Kundschaft auch. Denn wo bekommt man in diesen Tagen unter dem „To Go”-Aspekt noch etwas G’scheids zum essen und wo steht man vor verschlossenen Türen? Wer liefert, wer lässt abholen? Fragen über Fragen. Die hat sich auch Alexander Wolff (ÜWG) aus Bad Aibling gestellt. Und er hat die Betriebe aufgelistet, die in der Kurstadt noch die Kochplatten glühen lassen.

Übrigens wird die Liste ständig weitergeführt. Gastronomen, die ebenfalls Essen zum Mitnehmen anbieten, können sich unter folgender Mail-Adresse eintragen lassen:

essen2go4aibling@gmail.com

 

Hier ist die Liste: Zum Vergrößern einfach klicken

 




Corona-Symptome unterschiedlich

Es kann sein, dass die Dunkelziffer – die Zahl der tatsächlich Corona-Infizierten – weit höher liegt, als vermutet: Denn hieß es zu Beginn, dass Husten und Fieber bei bis zu 80 Prozent der erfassten Fälle vorkämen, teilte jetzt der Präsident des Robert-Koch-Instituts Lothar Wieler mit, dass diese Symptome in Deutschland nur bei eher 40 bis höchstens 50 Prozent der Infizierten festgestellt werden können. Das Krankheitsbild ist wohl weit weniger einheitlich, als bislang angenommen. So kommen offenbar häufig auch Schmerzen im Bereich des Brustkorbs vor – ohne Fieber, ohne Husten.

Auch Schweizer Notfallmediziner weisen jetzt darauf hin, dass die Symptome der Erkrankung Covid-19 oftmals unspezifisch seien und sie womöglich öfter als vermutet als medizinisches Chamäleon auftreten. Die dominierenden – und manchmal einzigen – Beschwerden waren auch Gliederschmerzen, diese allerdings begrenzt auf den Brustkorb sowie Schultergürtel und Nacken. Lungenärzte wissen, dass diese Symptome bei einer untypischen Lungenentzündung vorkommen können.

Über den markanten Geruchs- und Geschmackssinn-Verlust als Corona-Symptome haben wir bereits ausführlich berichtet.

Im Kampf gegen die Pandemie drängt das Innenministerium in Deutschland nun verstärkt darauf, das Testen und Isolieren der infizierten Personen zu forcieren. Jeder Infizierte – ob er es wisse oder eben nicht – sei Überträger an bis zu vier/fünf Personen im Durchschnitt, so die Experten.

Die bei weitem wichtigste Maßnahme gegen das Virus ist den Experten zufolge demnach das Testen und Isolieren der infizierten Personen.

Getestet werden sollten sowohl Personen mit Eigenverdacht, als auch der gesamte Kreis der Kontaktpersonen von positiv getesteten Personen. Die Fachleute hoffen, dass die Testkapazität in Deutschland sehr schnell hochgefahren werden könne.

Die bisherige Methode nach dem Motto – wir testen, um die Lage zu bestätigen – müsse abgelöst werden durch den Ansatz: Wir testen, um VOR die Lage zu kommen.

Corona-Testzentrum auf der Loretowiese

Der Ärztliche Kreisverband Rosenheim hat am vergangenen Dienstag mit Unterstützung der Stadt Rosenheim ein Corona-Testzentrum auf der Loretowiese in Rosenheim in Betrieb genommen. Dort werden ausschließlich Personen getestet, die von ihrem Hausarzt per Überweisungsschein direkt dorthin verwiesen werden. Geplant und möglich seien aktuell etwa 80 Patientenabstriche pro Tag.

Dabei ist auf folgendes Vorgehen zwingend zu achten:

Bei Beschwerden nimmt der Patient telefonisch Kontakt zum Hausarzt auf und schildert seine Symptome.
Anhand eines Fragenkatalogs stellt der Hausarzt fest, ob eine Testung des Patienten sinnvoll ist.
Falls ja, erhält der Patient auf sicherem Weg ein Teströhrchen und einen Überweisungsschein, mit dem er sich im Testzentrum auf der Loretowiese vorstellt.
Dort wird ein Abstrich entnommen und ins Labor geschickt.
Die Testergebnisse schickt das Labor an den Hausarzt, der den Patienten informiert.
Zwischen der Testung und der Ergebnismitteilung hat der Patient in häuslicher Quarantäne zu verbleiben.
Es ist unbedingt zu beachten, dass ohne Rücksprache mit dem Hausarzt und ohne Ausstellung eines Überweisungsscheins kein Abstrich erfolgt.

Die Bevölkerung wird gebeten, das Testzentrum nicht zu behindern und nur anzufahren, wenn ein Patient vom Hausarzt einen Überweisungsschein für das Testzentrum und ein Teströhrchen für den Abstrich erhalten hat. Im Testzentrum erfolgt ausschließlich ein Abstrich, keine weitergehende ärztliche Untersuchung oder Versorgung.

Mit der Einrichtung des Testzentrums aus der Loretowiese sollen der stark belastete Hausbesuchsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB) und die Hausärzte entlastet sowie knappes Infektionsschutzmaterial eingespart werden.

Tests auch in Bad Aibling

Auch in Bad Aibling wird jetzt eine Anlaufstelle für Corona-Patienten eingerichtet. Dafür wird eine ehemalige Praxis am Bichl reaktiviert. Ab kommenden Montag werden hier immer zwischen 10 und 12 Uhr Tests vorgenommen – siehe Hinweise weiter oben!  Träger der Einrichtung ist die Stadt.




Aus Eins mach Sechs

Innerhalb kürzester Zeit hat sich das Leben bei uns allen komplett verändert. Besonders tiefgreifend sind die Auswirkungen in sozialen Institutionen, wie Altenheimen, Behindertenwohngruppen und stationären Einrichtungen der Jugendhilfe, wie dem Caritas Kinderdorf in Irschenberg. Zum Schutz vor einer schnellen Ausbreitung des Coronaviruses hat sich die Dorfleitung dort letzte Woche entschlossen, aus einem Kinderdorf sechs kleine Kinderdörfer zu machen.

Jeweils ein Doppelhaus ist nun eine kleine Insel für sich. Die Kinder, Jugendlichen und Mitarbeiter bleiben für sich und haben keinen direkten Kontakt zu den anderen Gruppen. Damit hoffen die Verantwortlichen, sollte es zu Erkrankungen kommen, die Lage besser bewältigen zu können. Die neue Situation ist für die Kinder schmerzhaft, da sie nun auf Besuche von Angehörigen verzichten müssen und auch mit ihren Freunden im Kinderdorf nur noch telefonisch oder elektronisch Kontakt haben können. Bereits am 16. März wurden die Sport- und Spielplätze für externe Mädchen und Jungen aus der Gemeinde gesperrt. Zudem wurde der Zugang zum Kinderdorfgelände stark eingeschränkt und die Abgabe von Sachspenden unterbrochen.

Noch liegen im Kinderdorf keine Erkrankungsfälle vor. Während einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem benachbarten Tirol nicht mehr zur Arbeit kommen dürfen, sind die verbleibenden Fachkräfte mit großem Engagement für die Betreuten da. Das Leitungsteam arbeitet derweil mit Umsicht und Nachdruck an verschiedenen Szenarien. Was ist im Ernstfall zu tun, um die Betreuung und Versorgung aller Bewohner sicherzustellen? Was passiert, wenn plötzlich mehrere Mitarbeitende auf einmal erkranken? Für diesen Fall haben bereits die beiden Leitungen des derzeit geschlossenen sozialpädagogischen Förderzentrums und des Caritas Kinderhauses Farbenfroh in Irschenberg zusammen mit ihren Mitarbeiterteams ihre Unterstützung zugesagt. „Dies ist für uns eine gewisse Beruhigung“, sagt Dorfleiter Wolfgang Hodbod und ergänzt: „Ansonsten sehen wir uns natürlich mit den gleichen Herausforderungen konfrontiert, wie derzeit viele Familien. Allerdings mit dem kleinen Unterschied, dass bei uns sechs bis neun Kinder zu betreuen sind.“




Auf dem letzten Erdenweg

In den vergangenen Tagen sind in Stadt und Altlandkreis Bad Aibling verstorben:

Sepp Mangstl (26. Dezember 1965 – 20. März 2020)  Urnenbeisetzung zu einem späteren Zeitpunkt im engsten Familienkreis

Katharina Lapper (26. Mai 1929 – 21. März 2020)  Urnenbeisetzung im engsten Familienkreis

Magdalena Dirscherl (17. Januar 1936 – 23. März 2020)  Urnenbeisetzung im engsten Familienkreis

 




Keine gute Zeit für ein neues Auto

Aufgrund der aktuell geltenden Ausgangsbeschränkungen hat das Landratsamt Rosenheim alle Zulassungsstellen geschlossen. Einzige Ausnahme ist die Zulassungsstelle des Landkreises in Rosenheim, in der noch vorab vereinbarte Termine erledigt werden können.

 

Allerdings werden nur dringend notwendige Zulassungen vorgenommen, beispielsweise für eine Pflegekraft oder einen Polizeibeamten. Um die Dringlichkeit im Einzelfall prüfen zu können, sind Terminvereinbarungen nur telefonisch oder schriftlich möglich. Online-Termine über die Homepage des Landkreises werden nicht mehr vergeben.




Briefwahl mit Abstand am besten

Bad Feilnbach informiert: Die Landrats-Stichwahl wird ausschließlich per Briefwahl durchgeführt. Dazu wurden die Briefwahlunterlagen allen Wahlberechtigten zugesandt. Sollten Sie bis einschließlich Donnerstag, 26. März, noch keine Briefwahlunterlagen erhalten haben, setzen Sie sich bitte mit dem Wahlamt der Gemeinde Bad Feilnbach (Tel.: 08066/887-24) in Verbindung.

Fehlende Briefwahlunterlagen können am Freitag und Samstag (jeweils von 8 – 12 Uhr) und am Sonntag von 8 – 15 Uhr unter Vorlage des Personalausweises oder Reisepasses im Rathaus Bad Feilnbach abgeholt werden. Falls Sie Briefwahlunterlagen für eine andere Person abholen, ist die Vorlage einer Vollmacht zwingend notwendig. Die ausgefüllten Briefwahlunterlagen müssen bis zum Sonntag, 18 Uhr im Rathaus abgegeben werden (Briefkästen am Haupteingang).

Bitte beachten Sie beim Abholen und Abgeben der Briefwahlunterlagen auf den erforderlichen Mindestabstand zu Mitbürgern und Mitarbeitern im Rathaus.




Der Mutmacher

Er ist Stadtrat. Er ist Vorsitzender der Parteifreien/ÜWG. Und er ist Hobbymusiker. Dieter Kannengießer ist in vielen Bereichen aktiv und weit über die Region hinaus bekannt und beliebt. Auch er ist momentan durch die Ausgangsbeschränkung mehr daheim als sonst. Und er hat die Zeit genutzt – Dieter Kannengießer hat ein Lied mit dem Titel „Mia bleib’n dahoam” geschrieben und aufgenommen, das die derzeitige Lage beschreibt und doch Mut macht. Einfach mal reinschauen und anhören:

Dieter Kannengießer: „Mia bleib’n dahoam”: