Zahl der Todesfälle steigt auf 17

Die Zahlen zeigen den Ernst der Lage im Landkreis Rosenheim: 17 Tote hat das Corona-Virus bereits gefordert – Stand gestern, Dienstag, 24 Uhr. Sechs Verstorbene mehr als zur Montagnacht gemeldet wurden. Wie Dr. Wolfgang Hierl, der Leiter des Gesundheitsamtes bei der heutigen Pressekonferenz bekanntgab, sind nun 1033 Personen offiziell mit Corona infiziert. Die Tendenz sei also weiterhin steigend, da es nun 110 Fälle mehr sind als gestern. 32 Personen werden aktuell intensiv behandelt. Es gebe diese schweren Verläufe und … 

… deshalb wurde auch heute noch einmal die Bevölkerung eindringlich darum gebeten: „Nehmt die Situation ernst. Halten Sie sich an die Ausgangsbeschränkungen.” Es müsse alles dafür getan werden, damit das Gesundheitswesen, die Kliniken Schritt halten können …




Sind zum Glück noch nicht am Limit!

Ja, es gebe Regionen im Landkreis Rosenheim – einzelne Gemeinden, die stärker betroffen seien als andere. Aber, wie Dr. Wolfgang Hierl (Foto) heute in der Corona-Pressekonferenz (wir berichteten bereits) betonte, werde man sich hüten, hier Namen zu nennen. Wichtig sei, dass gute Beatmungsgeräte sozusagen des ersten Ranges aktuell ausreichend da seien in den RoMed-Kliniken – 39 Plätze. Belegt seien derzeit 23. Anstreben würde man 85 maximal mögliche Plätze zur besten Behandlung. Aber noch sei man da nur angemeldet zur Aufstockung und wann geliefert werde, wisse man noch nicht. So der Geschäftsführer der RoMed-Kliniken, Dr. Jens Deerberg-Wittram, heute.

In ganz Bayern sei die Zahl der Corona-Fälle äußerst ungleich verteilt, das heißt, an anderen Krankenhäusern anderswo gebe es länger Kapazitäten und dann müsse man eigene Patienten bei einer Zuspitzung der Situation verlegen.

Denn bevor in der äußerst anspruchsvollen Corona-Beatmung eventuell schlecht geschultes Personal an auch noch mangelhaften Geräten hantiere, müsse dieser Schritt der Verlegung gegangen werden, sagte Deerberg-Wittram. Je nach Schwere der Erkrankung.

Selbstverständlich verfüge jede Klinik auch über Narkose-Beatmungsgeräte (20 Plätze) oder auch Beatmungsgeräte für Zuhause (15 Stück). Aber im schweren Fall sei eine Verlegung dann der richtige Schritt.

Auch eine Kooperation mit der Schön-Klinik in Vogtareuth laufe.

Wichtig sei, so Dr. Jens Deerberg-Wittram, dass der Bürger wisse, dass das so genannte ‘normale’ Notfall-Geschehen auf jeden Fall weiterlaufe – dringende OPs zum Beispiel seien selbstverständlich weiterhin. Da brauche sich kein Bürger Sorgen machen …

Und Dr. Wolfgang Hierl vom Gesundheitsamt ergänzte: Diese Exit-Debatte – wann alles wieder normal laufe – das könne jetzt in einer Region wie dem Landkreis Rosenheim wirklich absolut noch kein Thema sein. Erst frühestens nächste Woche könne man überhaupt eventuell eine beginnende Unterbrechung der Infektionskette durch die Ausgangsbeschränkungen ablesen. Es sei absolut wichtig, dass die Bürger die Regeln jetzt auch weiterhin strikt einhalten. Es habe gerade erst begonnen, er könne nur davor warnen, die Situation zu früh zu lockern!

Richard Schrank hatte diese dringende Bitte an die Bürger – wohl mit Blick aus dem Fenster in die schöne Frühjahrs-Sonne: Machen Sie keine Ausflüge – auch nicht zu unseren Seen – bitte bleiben Sie Zuhause!

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Weitere Berichte zur Pressekonferenz folgen.




„Brauchen viel mehr Schutzausrüstung!”

 

Erstmals fand an diesem Mittwochmittag eine Video-Pressekonferenz des Landratsamtes statt – zur Corona-Situation im schwer betroffenen Landkreis Rosenheim. Daran nahmen neben dem Pressesprecher der Behörde, Michael Fischer, auch der Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes in Rosenheim, Dr. Wolfgang Hierl und der Geschäftsführer der RoMed-Kliniken, Dr. Jens Deerberg-Wittram (Foto) teil – sowie zudem die Leiter der Führungsgruppen Katastrophenschutz von Stadt und Landkreis, Hans Meyrl und Bettina Bauer sowie der in einer Katastrophenlage notwendige Einsatzleiter, Kreisbrandrat Richard Schrank. Ein Thema war die geplante Errichtung von Hilfskrankenhäusern, wie von Ministerpräsident Dr. Markus Söder gefordert …

Hier sagte Bettina Bauer, dass man von der Regierung jetzt eine Konzeption erhalten habe und die Suche nach Standorten im Gange sei. Bis Ende der Woche müssten erste Vorschläge deshalb nun auch aus dem Landkreis der Regierung vorliegen.

Aktuell sei noch nichts konkret, so dass auch heute darüber noch keine nähere Auskunft gegeben werden könne von ihrer Seite. Fest stehe aber, dass die Nutzung von Turnhallen in einem Notfallplan wohl das allerletzte Mittel seien …

Wie Bettina Bauer betonte, sei aufgrund der lange andauernden Katastrophen-Lage das Problem der personellen Ressourcen nicht zu unterschätzen. Wichtig sei die enge Verzahnung von Stadt und Landkreis Rosenheim. Auch mit dem Schwerpunkt der dringend benötigten Schutzausrüstung. Hier gebe es aber nachwievor leider massive Engpässe.

Richard Schrank richtete einen Appell an die Bevölkerung, dringend benötigte Schutzmaterialien zur Verfügung zu stellen. Er richtete den Aufruf vor allem auch an Nagelstudio-Inhaber oder Tattoo-Läden-Besitzer, aus der Arbeit noch vorhandene Schutzmasken, Kittel oder Schutzanzüge zur Verfügung zu stellen. Ebenso die Bitte an Handwerks-Betriebe …

Bitte sich wenden an maskenhilfe@kfv-rosenheim.de!

Weitere Berichte zur Pressekonferenz folgen.

Screenshot: Renate Drax

 

 

 

 




Arbeitsmarkt: Existenzsicherung im Fokus

Eigentlich ist es wie ein Ritual – der Arbeitsmarkt-Bericht am letzten Tag eines Monats. Doch noch vor einem Monat war alles anders. Der Arbeitsmarkt-Bericht heute und die Stellungnahme zur aktuellen Situation dazu ist deshalb nun wichtiger denn je – und nicht nur eine trockene Bilanz! Die gute Nachricht gleich vorweg: Michael Vontra, noch kommissarischer Leiter der Agentur für Arbeit Rosenheim, sagt, dass die Arbeitsagentur und auch das Jobcenter vertrauensvoll gut gerüstet seien in der Corona-Krise. Alle Infos dazu …


Im Landkreis Rosenheim liegt aktuell die Arbeitslosenquote bei 2,4 Prozent (Vormonat: 2,6; März 2019: 2,4 Prozent). Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt für den Landkreis beträgt 3.443. Hier sind 2.309 Männer und Frauen bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, 235 weniger als im Vormonat. Das Jobcenter Landkreis Rosenheim kümmert sich um 1.134 arbeitslose SGB II-Kunden, vier weniger als im Februar. Insgesamt betreut das Jobcenter 3.070 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 2.460 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

„Wir durchleben gerade bewegte Zeiten. Die Corona-Krise hat unser Leben und unseren Alltag in einem Umfang verändert, wie wir es uns noch vor kurzem nicht vorstellen konnten. Und es lässt sich zum aktuellen Zeitpunkt schwer abschätzen, welche Auswirkungen diese auf den Arbeitsmarkt haben wird, denn der Stichtag, also der Tag an dem wir die Daten für den Berichtsmonat März erhoben haben, war der 12. März. Das war vier Tage bevor die Ausbreitung des Virus und in der Folge die Maßnahmen der Politik die wirtschaftlichen Aktivitäten stark eingeschränkt haben“, sagt Michael Vontra.

„Die seitdem sehr dynamische Entwicklung lässt eine genauere Prognose auf die Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit und Beschäftigung frühestens ab dem nächsten Monat zu. Somit wird die tatsächliche Lage am Arbeitsmarkt aufgrund der Coronavirus-Krise mit den aktuell vorliegenden Daten noch nicht abgebildet.“

Insgesamt ist die Arbeitslosenzahl im Betrachtungszeitraum vom 13. Februar bis 12. März im Agenturbezirk Rosenheim, der die Stadt und den Landkreis Rosenheim sowie die Landkreise Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen umfasst, um 570 Betroffene auf 7.890 gesunken. Die Zahl liegt damit um 310 über dem Vergleichsmonat des Vorjahres.

Die Arbeitslosenquote insgesamt beträgt 2,6 Prozent. Der Wert liegt um 0,2 Prozentpunkte unter dem des Vormonats und ist um 0,1 Prozentpunkte höher als vor einem Jahr.

Arbeitsagentur und Jobcenter bündeln ihre Ressourcen

Vontra sagt weiter zur aktuellen Situation:

„Für uns hat die Existenzsicherung für Unternehmen und Arbeitnehmer jetzt die oberste Priorität. Die Geldleistungen müssen schnell fließen. Dafür haben wir unsere Organisation binnen einer Woche intern umgestellt.

Zum einen haben wir die nun besonders geforderten Bereiche personell aufgestockt. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Vermittlungsgeschäft oder der Berufsberatung unterstützen bei der Telefonie, der Beratung von Unternehmen und Beschäftigten zu Kurzarbeit oder bei der Abarbeitung der eingegangenen Emails.

Die Agentur für Arbeit und die Jobcenter haben außerdem für eine verbesserte Erreichbarkeit zusätzliche Telefonnummern eingerichtet, damit die Kundenanliegen bestmöglich und schnellstmöglich bearbeitet werden können.

So sind die Agenturen für Arbeit in Rosenheim und Holzkirchen jetzt auch unter der Rufnummer 08031/202-555 und die Agenturen für Arbeit in Bad Tölz und Wolfratshausen unter der Rufnummer 08041/7854-555 erreichbar.

Das Jobcenter Stadt Rosenheim ist jetzt zusätzlich unter der Rufnummer 08031/40894-333, das Jobcenter Landkreis Rosenheim unter der Rufnummer 08031/9015-200 und das Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen unter der Rufnummer 08041/7854-777 zu erreichen.

Da zur Zeit keine persönlichen Kundengespräche stattfinden können, haben wir neben der Telefonie unser Online-Angebot nochmal deutlich erweitert. Alle Informationen stehen gebündelt auf unserer Internetseite www.arbeitsagentur.de.

Trotz des Stellenrückgangs gibt es aber auch Branchen, in denen aktuell Personalbedarf besteht:

Beispielsweise herrscht in der Gesundheitsbranche sowie in der gesamten Kette der Lebensmittelversorgung und im Onlinehandel eine akute Nachfrage.

So ruft beispielsweise die Bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml alle Fach- und Hilfskräfte aus dem Gesundheitswesen, die derzeit nicht in ihrem Beruf tätig sind und keiner Risikogruppe angehören, dazu auf, sich für die Dauer der Corona-Pandemie zu einem Einsatz im Gesundheitswesen bereit zu erklären. Interessierte können sich über die Online-Plattform www.pflegepool-bayern.de registrieren.

Genauso werden in der Landwirtschaft dringend Arbeitskräfte gesucht. Über Plattformen wie www.saisonarbeit-in-deutschland.de oder www.daslandhilft.de müssen wir jetzt die Menschen und die Betriebe zusammenbringen.

Auch innerhalb einer Branche gestaltet sich die aktuelle Nachfrage nach Arbeitskräften teilweise sehr heterogen. Gerade im Einzelhandel ist der Personalbedarf im Lebensmittelbereich derzeit hoch, anders als im Textilbereich. In der Gastronomie fällt einerseits aufgrund der Schließungen von Restaurants und Cafés der Bedarf an Servicepersonal weg, während auf der anderen Seite die Nachfrage nach Lieferdiensten für Lebensmittel steigt. Viele Restaurants haben auf Mitnehm- und Bringdienste umgestellt. Auch hier kann der Personaltausch und die gegenseitige Unterstützung Möglichkeiten bieten, um Kurzarbeit zu verhindern.“

Vontra wirft einen Blick auf die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt vor Beginn der Corona-Pandemie und sagt: „Am Zähltag, dem 12. März, zeichnete sich auf dem regionalen Arbeitsmarkt eine Frühjahrsbelebung ab: Vor allem in den witterungsabhängigen Berufsgruppen wie Land-, Tier- und Forstwirtschaftsberufe (-17 Personen), Gartenbauberufe, Floristik (-114 Personen), Hoch-, Tiefbauberufe (-81 Personen) und (Innen-)Ausbauberufe (-78 Personen) war die Arbeitslosenzahl zu dem Zeitpunkt bereits deutlich zurückgegangen“, sagt der kommissarische Agenturleiter und wirft auch einen Blick auf den Stellenmarkt:

„Die Betriebe im Agenturbezirk hatten dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Rosenheim bis dahin in dem Monat 970 neu zu besetzende sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet, 40 weniger als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Der Stellenbestand insgesamt lag zu dem Zeitpunkt mit 4.320 um 630 unter dem Wert des Vorjahres.“

Abschließend sagt der kommissarische Agenturleiter: „Wir können aktuell noch nicht einschätzen, welche Auswirkungen die Corona-Krise auf den Arbeitsmarkt haben wird, da wir nicht wissen wie lange diese anhält und wie schnell die Betriebe in Bayern anschließend wieder in ihr normales Geschäft einsteigen können.

Jetzt tun wir alles dafür, um erreichbar zu sein und alle Anträge schnell und unbürokratisch aufzunehmen und abzuarbeiten, um die Pflichtleistungen Kurzarbeiter- und Arbeitslosengeld für diejenigen, die einen Anspruch darauf haben, schnellstmöglich zu erbringen. Und dann hoffen wir, dass der Arbeitsmarkt schon bald wieder zu der Stabilität der vergangenen Jahre zurückkehren wird.“  

Der Arbeitsmarkt in den weiteren Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim bis zum 12. März:

Ø  Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 4,2 Prozent (Vormonat: 4,4; März 2019: 4,1 Prozent). Derzeit sind 1.512 Bürger ohne Arbeit. Bei den SGB III-Kunden, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, verringerte sich die Arbeitslosenzahl um 64 auf 789. Für 723 arbeitslose SGB II-Kunden, 14 mehr als im Februar, ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig. Insgesamt betreut das Jobcenter 2.036 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1.598 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Ø  Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen weist im März eine Arbeitslosenquote von 2,2 Prozent auf (Vormonat: 2,5; März 2019: 2,1 Prozent). Das entspricht 1.528 beschäftigungslosen Bürgern. Davon sind 1.061 Männer und Frauen, 204 weniger als vor einem Monat, in den Agenturen Bad Tölz und Wolfratshausen gemeldet. 467 Betroffene, 12 weniger als im Februar, sind beim Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen arbeitslos gemeldet. Insgesamt betreut das Jobcenter 1.764 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1.395 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Ø  Im Landkreis Miesbach sind derzeit 1.402 Bürger arbeitslos gemeldet, was einer Quote von 2,6 Prozent (Vormonat: 2,7; März 2019: 2,4 Prozent) entspricht. Davon sind 1.027 arbeitslose Männer und Frauen bei der Agentur für Arbeit in Holzkirchen gemeldet, 73 weniger als im Vormonat. Für die Betreuung der Arbeitslosengeld II – Empfänger nach dem SGB II ist der Landkreis Miesbach als “zugelassener kommunaler Träger” (optierende Kommune) zuständig. Beim Jobcenter sind 375 Arbeitslose gemeldet, 7 mehr als im Februar. Insgesamt betreut das Jobcenter 927 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 748 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.




„ … in dieser so schwierigen Phase”

Die heimische Wirtschaft in Stadt und Landkreis Rosenheim gratuliert dem künftigen Landrat Otto Lederer (Foto) und auch dem künftigen Rosenheimer Oberbürgermeister Andreas März und zu ihrer Wahl. „Meine Glückwünsche gehen in dieser herausfordernden Zeit auch an alle wieder- und neugewählten Bürgermeister, Stadt-, Gemeinde- und Kreisräte“, erklärte gestern der Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Rosenheim, Andreas Bensegger nach dem entscheidenden Stichwahl-Sonntag. „Die Unternehmen in der Region wollen auch in Zukunft die Herausforderungen im Dialog und Austausch mit ihnen lösen.“

Das gleiche gelte derzeit auch für den Kampf gegen das Coronavirus, so
der Vorsitzende des Regionalausschusses.

Bensegger: „In dieser schwierigen Phase sind wir alle gefordert. Geschäftsleute, Hoteliers, Gastronomen, Verkehrsunternehmen, Vereine, Politiker und viele mehr. Der Landrat und die Entscheidungsträger in den Kommunen haben unsere volle Unterstützung, auch wenn viele Maßnahmen schwer fallen und die
Wirtschaft teilweise stark einschränken. Die Betriebe in Stadt und Landkreis leisten ihren Beitrag, das öffentliche Leben im Rahmen der staatlichen Vorgaben und Möglichkeiten aufrecht zu erhalten.”




Wer hat an der Uhr gedreht?

Am morgigen Sonntag werden sie wieder umgestellt – die Uhren – und zwar um eine Stunde nach vorne: Von zwei Uhr direkt auf drei Uhr. Die Sommerzeit 2020 beginnt! Die Meinungen zur Zeitumstellung sind unterschiedlich. Schön aber ist auf jeden Fall für alle, die einen Garten haben oder einen Balkon – gerade jetzt – dass es abends nun ab sofort wieder länger hell ist …




Besondere Nachbarschafts-Hilfe …

Eine vor sieben Jahren stillgelegte Brennerei wurde jetzt in Oberding im Nachbar-Landkreis Erding reaktiviert – und hilft auch dem Krankenhaus in Rosenheim! Die örtliche Brennereigenossenschaft stellt dort jetzt Alkohol für die Produktion von Desinfektionsmitteln her. Als Rohstoff liefern die Landwirte Kartoffeln. Auch Getreide könnte verwendet werden. Der Bedarf im Landkreis Erding kann laut Landratsamt komplett über die Brennerei abgedeckt werden. Weitere 2000 Liter wurden dem Klinikum Rosenheim zur Verfügung gestellt.

Und nach dem Klinikum Rosenheim wurde gestern auch das Kreisklinikum Ebersberg mit 2000 Litern Ethanol versorgt, um selbst Desinfektionsmittel herstellen zu können. Außerdem gebe es mittlerweile Anfragen aus Mühldorf und Miesbach – der aktuell am meisten betroffene Corona-Landkreis in Oberbayern – teilt das Landratsamt Erding mit.  .

Im Landkreis Erding selbst gibt es aktuell 254 bestätigte Covid-19-Patienten. 44 davon sind seit gestern dazu gekommen. Im Klinikum Erding werden 28 Patienten behandelt, fünf müssen beatmet werden.

 

 




Jeder kann zur Hilfe verpflichtet werden

In seiner Vollversammlung hat der Landtag am heutigen Mittwochmittag mit den Stimmen aller Fraktionen das neue, bayerische Infektionsschutzgesetz beschlossen. Die bayerische Staatsregierung bekommt im Kampf gegen das Coronavirus dadurch noch weitreichendere Befugnisse: Sie kann nun einen „Gesundheitsnotstand“ ausrufen und damit leichter medizinisches Material beschlagnahmen sowie direkt auf medizinisches und pflegerisches Personal zugreifen. Das Gesetz ist bis zum 31. Dezember befristet.

Neben leichteren Beschlagnahme-Möglichkeiten für medizinisches Material sehe das Gesetz unter anderem vor, dass Behörden zum Beispiel von Feuerwehren die Herausgabe von Mitglieder-Adressen verlangen können und von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns die Adressen von aktiven Ärzten und Ärzten im Ruhestand. Ziel sei es, in Notsituationen zusätzlichen Personalbedarf decken zu können.




Tests nur für die mit Symptomen …

Das Robert-Koch-Institut bitte heute noch einmal eindringlich darum,, dass grundsätzlich nur Menschen mit Symptomen getestet werden sollen. Das schone die Ressourcen der Labore. Wer nur leichte Zeichen einer Krankheit habe, solle einfach zu Hause bleiben.


Unbedingt sollen sich alle auch weiterhin an die Ausgangsbeschränkungen halten: Man sei erst am Anfang – die Zahl der Todesfälle werde weiter steigen, heißt es heute vom Institut. Es sei völlig offen, wie sich alles in Deutschland entwickle.

In ganz Bayern sind 7.289 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden, heißt es heute offiziell – also etwa 1000 Infizierte in Bayern mehr als gestern gemeldet. Es gebe 41 Todesfälle – zehn mehr als gestern. Bis Ende nächster Woche rechne man weiterhin mit stark steigenden Fall-Zahlen.

Die Zahl der tatsächlich Infizierten liegt um ein Mehrfaches höher (keine Tests, keine Registrierung, aber Überträger).

 

 




„Lassen uns aber nicht hinters Licht führen”

Die Hilfen für in Not geratene Kleinfirmen und Selbständige sollen laut dem bayerischen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger schnell fließen. Das Ziel sei es, dass alles, was jetzt beantragt werde, in den nächsten acht bis zehn Tagen bezahlt werde, sagte Aiwanger heute Morgen im Bayerischen Rundfunk. Es werde zunächst keine Prüfung geben, ob die Corona-Krise wirklich Ursache der Finanznot sei. Aber man lasse sich auch nicht hinters Licht führen …

Soforthilfe heiße nun mal, schnell Geld raus, so der Minister. Aber wenn sich alles wieder a bissal beruhigt habe, werde man natürlich genau schauen, ob nicht Glücksritter darunter waren, die den bayerischen Staat jetzt hinters Licht geführt haben. Die müssen dann kräftig zurückzahlen …